Die Stadt London hat nie verheimlicht, dass Großbritannien ihrer Meinung nach in der EU bleiben soll. Die Bewohner haben klar gegen den Austritt abgestimmt, die finanziellen Institutionen der Stadt haben die Gegner des Brexit unterstützt und gewarnt, dass die Wirtschaft sehr unter Großbritanniens Austritt aus der EU leiden werde und noch heute versucht der der Bürgermeister, das Schlimmste zu verhindern.

London wird von internationalen Firmen als globale Eintrittspforte zum europäischen Markt der Finanzdienstleistungen gesehen. Das basiert aber vor allem darauf, dass Großbritannien Teil des Europäischen Binnenmarktes ist. Der Brexit macht den Finanzstandort London also unattraktiver für internationale Banken und Institutionen.

Einige Analysten argumentieren, dass Dublin, Frankfurt, Luxemburg, Amsterdam oder sogar Paris zumindest hier vom Brexit profitieren könnten. Von diesen Städten scheint vor allem Frankfurt einige Trümpfe in der Hand zu haben: Deutschland als stärkste Wirtschaftskraft in Europa mit seinem Finanzzentrum in Frankfurt, logistisch bestens angebunden und mit vielen wichtigen Institutionen vor Ort, wie der Europäischen Zentralbank, der Bundesbank und Finanzgiganten wie der Deutschen Bank und der Commerzbank.

Wir haben einen Kommentar von Adri erhalten, der das neue Finanzzentrum Europas nach dem Brexit in Frankfurt sieht. Hat er Recht?

Für eine Antwort fragten wir Alfons J. Weichenrieder,  Professor für Finanzwissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Glaubt er, dass Frankfurt die neue Finanzmetropole Europas wird?

WeichenriederIch glaube, dass einige Finanzinstitutionen ihren Standort verlegen werden, aber nicht unbedingt das gesamte finanzielle Zentrum. Einige Branchen und Aktivitäten werden umziehen, aber London bleibt wichtig – und wahrscheinlich auch dominant – als Finanzmetropole Europas.

Frankfurt wird aber wahrscheinlich schon profitieren. Es wird vor allem für internationale Mitarbeiter attraktiver, die keinen britischen Pass haben. Es hängt davon ab, wie streng die neuen Einwanderungsgesetze werden, sie könnten Asiaten und Amerikaner nach Paris und Frankfurt treiben. Viele Analysten glauben, dass so eine Entwicklung gut für Frankfurt sein könnte…

Wird Frankfurt nach dem Brexit die neue Finanzmetropole der EU? Oder ist London zu gut als Finanzzentrum etabliert? Lass‘ uns deine Meinung wissen und wir fragen Experten!

Foto: CC / Flickr – Fred Romero


3 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Josef Besel

    Das gilt für Banken im insbesondere, wenn sie im Orchester der Großen mitspielen wollen müssen sie in eine Staatsoper und nicht im Partyzelt spielen ! Da der monetäre Grundstock in Europa nun mal der Euro ist und 95% des Warenaustausch in dieser Währung erfolgt macht es keinen Sinn das Finanzzentrum weiterhin in London bzw. in Großbritannien zu belassen ! Außer dem ist die EZB bereits in Frankfurt welche den Leitzins festlegt !

  2. avatar
    Christof Robert von Prondzinski

    Aus England alle Finanzen raus nehmen, dass Volk hat sich entschieden die EU zu verlassen. Jetzt müssen Sie ohne zurecht kommen. Soll dass finanzmetropole in Luxemburg oder Niederlande gebaut werden. Ist besser…..kein Pfennig sollte in England investiert werden. Und eine Mitgliedschaftssperre für 25Jahre an England. Wir sind hier nicht bei:“mal rein-, mal raus-Kompanie“

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