Brexit hat die Welt nicht untergehen lassen, (bis jetzt). Und das obwohl vor dem Referendum düstere Zukunftsaussichten prophezeit wurden, falls sich die Menschen dazu entscheiden würden, die EU zu verlassen. Letztendlich hat sich die britische Wirtschaft aber als äußerst belastbar und flexibel erwiesen. (Analysten weisen jedoch darauf hin, dass der eigentliche Brexit bis jetzt noch gar nicht stattgefunden hat.)

Doch die Wirtschaftswissenschaftler waren nicht die einzigen, die falsche Vorhersagen getroffen haben. Viele Beobachter erwarteten nach dem Brexit den Zusammenbruch der Europäischen Union. Im Fall von den Niederlanden wurde der „Nexit“ vorhergesagt, Frankreich könnte für den „Frexit“ stimmen, Dänemark für den „Dexit“ und die Schweden für den… „Sexit“?

Doch kurz danach stellte sich relativ schnell wieder ein Gefühl der Normalität ein. Europäische Politiker zuckten mit den Schultern und erklärten den Brexit nicht zum „Ende der Welt“. Wie die britische Wirtschaft in den ersten Wochen nach dem Brexit, erwies sich auch die Europäische Union als äußerst robust. Doch wie lange noch?

Über unsere „Schlage eine Debatte vor“-Seite haben wir einen Vorschlag von Dexter erhalten, der fragte, ob die Union den Austritt eines weiteren Mitgliedsstaats verkraften könnte.

Die Brexit-Verhandlungen könnten einen Präzedenzfall für weitere Exits schaffen. Wenn Großbritannien jetzt vorfühlt, wie so eine Welt ohne EU aussieht, und dabei nicht untergeht, dann könnten vielleicht auch andere Länder folgen.

Dabei muss man jedoch beachten, dass Großbritannien nicht die europäische Einheitswährung teilt. Und so kompliziert wie die Brexit-Verhandlungen auch sein mögen (und sie werden schon kompliziert genug sein), ein Ausstieg aus dem Euroraum würde unvorstellbar komplizierter sein. Viele Wirtschaftsexperten haben bereits darüber geschrieben, wie schwierig der Ausstieg aus dem Euro ist. Würde eines der großen Euro-Länder aussteigen, wie Deutschland oder Frankreich, dann würde das sicher „Game Over“ für die EU bedeuten.

Könnte die EU den Ausstieg eines weiteren Landes überleben? Könnte Schweden oder Dänemark den Briten folgen und zum Zusammenbruch der EU führen? Schreib uns deine Meinung und wir bringen sie zu Experten und Politiker aus ganz Europa.

FOTO: CC / Flickr – will_cyclist


14 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Nicholas Fa

    Das ist ganz abhängig davon, in welcher hinsicht das Überleben der Union gemeint ist. Die finanzielle Union oder die politische? Der Respekt, der noch vorhanden ist, sinkt immer weiter, je mehr sie versucht Aussteigern zu hindern. Ist der Britische Ausstieg ein erfolg kennzeichnet dies für zweifelnde Mitgliedsstaaten ein Beweis, dass die Europäische Union versagen wird. Das Image, eines vereinten, starken Unions wird nicht mehr erreichbar sein. Die finanzielle Union mag bestehen bleiben, jedoch unter dem Vorzug, dass die EU ihren Groll gegenüber zweifelnde Mitgliedsstaaten beiseite legen kann und vernünftig und erwachsen verhandeln mag

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    Krisztina Juhasz

    Also, wir sind nicht im Kindergarten, wenn etwas nicht gefällt, steigt man aus.

    Eu Länder sollen die Verantwortung für eine bessere Zukunft tragen, und kämpfen dafür.

    Das ist nur meine Meinung. Was tun für eine bessere Zukunft, Gemeinsam.

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    Ursula Zettl

    Ich denke schon und bin auch der Meinung das es für manche Länder der bessere Weg wäre wenn sie ihr Land wieder eigenständig regieren würden

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    René Lo

    Natürlich… und weil es dem Saarland finanziell nicht so gut geht… steigt das Saarland aus… und weil Bayern was besseres ist, steigt man einfach aus!!!

    Ich finde es nur noch traurig

    Meine Gedanken sind gelähmt, finde die Entwicklung schrecklich!

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    Krisztina Juhasz

    Woran sollte ich glauben, wenn die grosse, mächtige Leute kein gutes Beispiel zeigen??

    Europa könnte moder, zufrieden, und glücklich sein.

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    Frank Thiel

    Der britische Ausstieg wird kein Erfolg.Der bleibt höchstens mit Hängen und Würgen neutral. Die Zukunft liegt in der Vernetzung, nicht in der Isolation.

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    Alix Paultre

    People forget why the EU is needed because they forgot their history. Why were the original European raw material cartels created in the first place? This ignorance of history and the current geopolitical situation is scary. A disunited Europe is a Europe at war. The Bosnian war wasn’t that long ago, and those same tribal grievances writ large across Europe and exacerbated by Russian incursion (Putin must be loving this debate) will destroy us all if we do not stay united.
    Everyone seems to forget why the EU and NATO (which needs to be replaced by a European defense force ASAP) exist in the first place. One need only look east to tanks in what used to be calm streets and you can see what comes if we let our opponents divide us.

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    Elvar Jakobsson

    Wenn EU so weiter macht wie bisher, dann werden sie sich selbst stören. Die verklagen Polen mehrere Male, aber kein konkretes Resultat. Gelder fließen weiter. Genau das gleiche mit Ungarn.

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    Sven Remiszewski

    Wir müssen uns wieder mehr auf die Idee der Völkerverständigung konzentrieren und weniger dem Großen Kapital eine Bühne bieten, dann wird das noch was mit Europa. Sollte Europa allerdings dem Vorbild der USA folgen und zu einer „unsichtbaren“ Oligarchie von Finanzeliten werden, dann soll Europa besser vergehen und für etwas menschlicheres Platz machen.

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