Chaos und Gewalt dauerten die ganze Nacht an in Hamburg kurz vor Beginn des G20-Gipfels. Und es war eine Eskalation mit Ansage. Denn die Hafenstadt ist bekannt für seine linke Szene mit langer Tradition und dass diese den Gipfel der mächtigsten Politikerinnen und Politiker nicht ohne Protest beginnen lässt, war zu erahnen. Auf der anderen Seite stand die Hamburger Polizei, die mit ihrer „Hamburger Linie“ dafür bekannt ist, keine Vermummung, keine Böller, nicht mal die kleinsten Verstöße zu zulassen. Dementsprechend schnell endete die „Welcome to Hell“-Demonstration in Gewalt. Heute beschuldigen sich Polizei und Teilnehmer gegenseitig der Eskalation.

Doch was bringen Demonstrationen gegen den G20-Gipfel überhaupt? Den Einfluss von Demonstrationen auf die Politik zu bemessen ist eine knifflige Angelegenheit. Manche Studien beweisen durchaus, dass Proteste Politik verändern können. In Hamburg beim G20-Gipfel geht es vielen darum, ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Weltpolitik auszudrücken. Dafür sind Proteste sicherlich ein guter Weg. Sie weisen den Mächtigen Grenzen auf und zeigen ihnen, dass sie nicht mit allem durchkommen.

Andererseits gab es bisher bei jedem G20-Gipfel Proteste, doch wirklich konkrete Veränderungen gab es nur wenige. Noch immer gibt es Kriege, noch immer gibt es Ausbeutung und noch immer gibt es Armut. Als 2003 Millionen von Menschen weltweit gegen den Irakkrieg auf die Straße gingen, hat dies den Krieg trotzdem nicht verhindert.

Daher suchen viele engagierte Menschen und Aktivisten andere Wege, um ihre Ziele zu erreichen. Sie veranstalten Seminare und Gegenveranstaltungen. So entstand beispielsweise 2001 das erste Weltsozialforum, ein „Gegen-Gipfel“ zu den Gipfeln der Welthandelsorganisation (WTO) und der G7-Gipfel, der in erster Linie Alternativen zu Globalisierung und Neoliberalismus erarbeiten sollte. Und auch in Hamburg gab es eine Gegenveranstaltung, der „Gipfel für globale Solidarität“, der jedoch im Vergleich zu den gewaltätigen Konflikten zwischen Polizei und Demonstranten nur wenig Aufmerksamkeit in der Presse fand.

Bewirken die Demonstrationen gegen den G20-Gipfel in Hamburg deiner Meinung nach etwas? Nehmen die 20 mächtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt die Proteste überhaupt wahr? Welche Alternativen zu Protesten gäbe es? Sind Gegenveranstaltungen wie das Weltsozialforum die bessere Alternative? Schreib uns deine Meinung und wir bringen sie zu Europas Experten und Politikern.

FOTO: CC / Flickr – Rasande Tyskar


36 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Fabian Hönicke

    Fragen sollte man sich erstmal, ob es dabei um G20 ging, oder eine generelle Unzufriedenheit. Am Ende des Tages sehen wir doch wieder eines: die Ausschreitungen überschatten die friedlichen Demos ABER eben auch die Inhalte des Gipfels. Durch den Auftritt des schwarzen Blocks dort haben am Ende des Tages alle verloren

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    Dagmar Stobbe

    Das was wir gerade in Hamburg erleben hat aus meiner Sicht überhaupt nichts mit Demonstrationen zu tun. Das ist reiner Terror gegen die Gesellschaft. Wer mit Steinen und Gegenständen schmeißt ,schlägt,zündelt ,zerstört, verletzt ohne sich Gedanken über die Folgen für die Betroffenen macht der will nicht demonstrieren, der lebt seine asoziale Veranlagung aus.

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      D Weg

      konstruktive Debatten wurden in den letzten 15 Jahren zu genüge geführt, gebracht hats leider rein gar nichts…

      Die Gewalt wird natürlich auch nichts bringen.

      Das Einzige was vielleicht noch was bringen könnte, wäre endlich mal diese Regierung abzuwählen…

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    Daniel Gallardo

    Einige sind nichts weiter als Linksfaschisten die fremdes Eigentum zerstören.
    Die USA stuft die Antifa als Terrororganisation ein, in Deutschland wird sie von Linken Parteien, Gewerkschaften und der Kirche unterstützt…

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      Marco Francesco Andrenelli

      woran erkennst du eigendlich einen faschisten (bevorzugt neutral schwarz und vermummt gekleidet) mit einem anarchistischen antifaschisten (bevorzugt neutral schwarz und vermummt gekleidet)

      ?! am stein den er wirft ?!
      da warn sie doch alle dabei,.. die rechten danke merkel proleten mit den linken scheiss auf euch alle proleten

      es braucht genau einen einzigen trottel in einer gruppe von 1000 menschen um die sache von allen in den dreck zu ziehen.

      think about it

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      Daniel Gallardo

      Ich meine die Antifa und ähnliche Gruppierungen.

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    Frank Caesar Saveliev

    Die Bewirken dass sich diese Linksterroristen wieder mal bei den normalen Menschen unbeliebt machen indem sie Autos anzünden, Scheiben einschlagen, den Verkehr behindern etc etc. Es wird Zeit dass man denen das Demonstrieren verbietet.

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    Nicholas Fa

    Antifa ist faschistisch. Sie zerstört, sie verletzt und denkt sich der messiah unserer gesellschaft. Sie vergiftet die politische szene, sie spaltet rechts Von links und erschwierigt dialog. Die liberalüberzeugten wollen niemanden schaden, ebenso wenig wie die rechten, sie wollen nur gerecht und glücklich Leben. Wir brauchen keine extreme. Wir brauchen keine nazis. Wir brauchen keine anti-faschisten. Wir brauchen lebende, denkende, fühlende, vernünftige menschen. Solche menschen trifft man nicht in den (anti) faschistischen szenen.

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    Hans Wegener

    ich denke nicht viel da die Herrschaften davon sehr wenig mitbekommen und wenn ja dann denken die LMAA

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      Hr LeBrüce

      Und das ist das schlimme. Eine riesen Summe dafür, dass Politiker sich beim Konzert und Abendessen in der Elbphilharmonie überlegen, wie sie den Hunger und die Armut in der Welt ein Ende setzen können. Für mich eine reine Inszenierung.

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    Patrik Spurzem

    und wenn der schwarze blok da alles kaputt haut hilft er noch der wirtschaft , dann können die in den wiederaufbau investieren. irendwie dumm diese möchtegern linken oder?

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    Hakan Cingöz

    Was mich interresiert was will man gegen diese geossmachte machen, die lassen sich durch dialog und friedliches demonstrieren nicht einschüchtern

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    Hakan Cingöz

    Und fakt ist es wird immer schlimmer um unseren planeten dank denen die gerade dort sitzen fehlt noch israel und die Saudi-Arabien dan wären echt alle auf einem haufen

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    Toni Lüdi

    Ja, sie diskreditierenjeden friedlichen Protest! Diese Spinner vom Schwarzen Block sollte man rechtzeitig wegsperren1

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    Robert Helmecke

    Da gibt es nix zu diskutieren! Das sind Gewalttäter und Terroristen wo die Hälfte wahrscheinlich nur vom Inzest und der Wut über das eigene jämmerliche Leben angetrieben wird!!! Die andere Hälfte weiß wahrscheinlich gar nicht warum sie alles kaputt schlagen…Der Abschaum Deutschlands. Ein wiederliches Bild für Deutschland, der Abschaum! Tagsüber „Refugees welcome…“ und nachts Autos anzünden! Dreckspack!!!! Diese Leute haben keine Ahnung,keine Meinung und selbst wahrscheinlich massive Probleme…Das zeichnet linke und grüne eben aus… Baaahhhh☹

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    Conquestus

    Ich finde, die Proteste, und erst recht die Krawalle, sind eine ziemlich deutliche Botschaft, die aber ohnehin von den „Mächtigen“ nicht verstanden werden wird (weil es ein Fehlereingeständnis wäre und daher nicht verstanden werden möchte).

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    Grabbles

    Das was gerade passiert ist, ist mehr als grenzwertig, das WARUM allerdings nachvollziehbar.
    Solange 1% der Weltbevölkerung genausoviel Vermögen besitzen wie der Rest der Welt wird es so etwas immer geben (müssen)…

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    Leon Holz

    Extremismus, ob links oder rechts, ist völliger Schwachsinn und führt zu nichts :)

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    Pro Jet Corp

    Die Proteste sind leider ohne FORDERUNG.
    Sinnvolle Forderung wäre Informationen für die Öffentlichkeit über_
    – Ablauf, Themen
    – Ergebnisse, Ziele, Vereinbarungen
    – Kosten.

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    Pro Jet Corp

    Man sollte proteste konzentrieren nicht allgemein auf „Globalisierung“ oder Kapitalismus, sondern auf INTRANSPARENZ. Mehr Transparenz ist im Interesse der Öffentlichkeit/ der Steuerzahler. – Dann gibt es die Möglichkeit gemeinsam mehr zu erreichen, zusammen mit Medien (deren Interesse sollte WahrheitsFindung sein).

  17. avatar
    Pro Jet Corp

    Momentan konzentrieren sich Medien auf Krawalle der Proteste, auf SchuldZuweisung, auf Anschuldigung gegen alles links“radikale“. Aber tatsächlich sind Bedenken nicht EXTRAMISTISCH sondern angebracht, denn es geht bei Wirtschaft auch um Privatsphäre, um Kontrolle, um Kompetenzen und Macht und Einfluss der Sicherheitskräfte/ des Staates – gegen die ZivilBevölkerung, gegen Menschenrechte.

    Dafür besteht AufklärungsBedarf und AuskunftsRecht!

  18. avatar
    Pro Jet Corp

    Währet den Anfängen (siehe Parallele zur MachtErgreifung der NSDAP im letzten Jahrhundert)!

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