Der Druck, der auf Emmanuel Macron lastet, ist enorm. Frankreich hat seiner politischen Bewegung, La République En Marche!, ein klares Mandat in der Nationalversammlung erteilt. Und nun muss er abliefern und zwar in Form von Wirtschaftsreformen und neuen Jobs, damit die aktuelle französische Arbeitslosigkeit, die fast schon schwindelerregende Höhen erreicht, wieder sinkt.

Während des Wahlkampfs versprach Macron sich für eine tiefere europäische Integration einzusetzen, um Europas Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Er warb für einen gemeinsamen europäischen Haushalt um Wachstumsinvestitionen anzustoßen, die von einem gemeinsamen europäischen Finanzminister überwacht werden sollen. Politisch den Überblick behalten soll ein neues EU-Parlament, das aus den Abgeordneten aus Euro-Ländern bestehen soll. Macron glaubt, dass diese Reformen die Einheitswährung retten können. Kommen sie jedoch nicht, dann werde die EU innerhalb eines Jahrzehnts kollabieren.

Die genauen Einzelheiten der Reformpläne wurden noch nicht enthüllt. Doch Berlin zeigt sich bisher offen, den französischen Präsidenten in seinen Absichten zu unterstützen (solange Frankreich seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den Griff bekommt). Trotzdem, eine „Transferunion“, in der die reicheren EU-Staaten in regelmäßigen Abständen Geld an ärmere Staaten überweist, wird es mit der aktuellen Bundesregierung wohl nicht geben. Um mehr Reformunterstützung aus Deutschland zu bekommen, wurde angeblich hinter verschlossenen Türen diskutiert, die Kontrolle über die Europäische Zentralbank in deutsche Hand zu legen. Doch bereits jetzt beschweren sich zahlreiche Länder, vor allem im Süden, über die deutsche Übermacht in der EU.

Könnten Emmanuel Macrons Reformpläne die EU retten? Braucht die EU ihren eigenen Finanzminister? Würde ein neues Parlament der Euro-Länder mehr politische Kontrolle bieten? Und wenn diese Reformen nicht durchgeführt werden, wird der Euro dann kollabieren? Schreib uns deine Gedanken, wir fragen Europas Politiker nach ihrer Meinung.

FOTO: CC / Flickr – Jeso Carneiro


56 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

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    Christine Lenzen

    Die EU braucht wieder Werte die nichts mit Gewinnoptimierung und unbegrenztem Wirtschaftswachstum zu tun haben!!

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      Martin

      amen!

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      Ando Ante

      Mimimi… ich will meinen Wohlstand nicht teilen…. mimimi

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      Marc Kuske

      Afd und Deutschland wird wieder ein stück lebenswerter

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    Susanne Bär

    Ich habe einige seiner Ideen im Bezug auf Reformen für die französische Wirtschaft gelesen. Ich würde sagen, ja. Dieser Mann ist innovativ und entwickelt umsetzbare Ideen. Ich wünschte, wir hätten einen solchen intelligenten, mutigen Mann in der deutschen Politik…und ja, das europäische Parlament und auch die Kommission brauchen Reformen – dringend.

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      Susanne Bär

      Sehe ich genauso. Seine Ideen sind neu!

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    Denis Benjamin Holters

    Wow
    Die Kommentare sehen nicht die eigentlichen Probleme und Entwicklungen. Sehr interessant!

    Es ist doch so: eine Währung braucht eine Finanzpolitik. Geht man den Weg rückwärts wird Deutschland abschmieren – mindestens kurzfristig. Man braucht einen Finanzkoordinator, was bedeutet, dass diese Person lange nicht so viel zu entscheiden hat, wie ein Finanzminister (Das ist übrigens auch Ziel von Macron und vielen anderen. Finanzminister ist hier ein unpassender Begriff)

    Aber man braucht auch eine andere Sozialpolitik. Dabei muss dann geregelt werden, wie und wo welche Gelder von welcher Nation eingesetzt werden. Und man muss klären, inwiefern die Solidarität der Staaten Einfluss auf Geldzahlungen hat

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    Denis Benjamin Holters

    Wow
    Die Kommentare sehen nicht die eigentlichen Probleme und Entwicklungen. Sehr interessant!

    Es ist doch so: eine Währung braucht eine Finanzpolitik. Geht man den Weg rückwärts wird Deutschland abschmieren – mindestens kurzfristig. Man braucht einen Finanzkoordinator, was bedeutet, dass diese Person lange nicht so viel zu entscheiden hat, wie ein Finanzminister (Das ist übrigens auch Ziel von Macron und vielen anderen. Finanzminister ist hier ein unpassender Begriff)

    Aber man braucht auch eine andere Sozialpolitik. Dabei muss dann geregelt werden, wie und wo welche Gelder von welcher Nation eingesetzt werden. Und man muss klären, inwiefern die Solidarität der Staaten Einfluss auf Geldzahlungen hat

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    Rainer Beel

    Unbedingt, ja. Außerdem braucht sie eine demokratisch gewählte, dem Wähler verantwortliche Regierung. Sonst wenden sich die auf den Zuschauerrängen Menschen ab.

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    Terezia Meixner

    Nicht nur einen eigenen Finanzminister ! Die Euro – Staaten sollten eine Konföderation mit einer eigenen Regierung bilden … ☺☺

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    Robert Schulz

    Die Europäische Union braucht

    Eine Armee
    Außenminister
    Finanzminister
    Arbeitsminister

    Das braucht

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    Robert Schulz

    Die Europäische Union braucht

    Eine Armee
    Außenminister
    Finanzminister
    Arbeitsminister

    Das braucht

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    Uwe Kunze

    Glaubt auch nur ein Mensch an das dieser Antichrist die Eu retten will!???Ein Zögling des Weltvernichtungs und Finanzzionisten Rothschild!

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      Uwe Kunze

      Etwas anderes hätte ich jetzt auch nicht erwartet!Sie gehören zu der Sorte Mensch die andere denunzieren.Ich glaube das hatten wir im dritten Reich schon einmal!

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    Mickey Glencairn

    Ja auf jeden Fall. Eine Einheitliche Regelung der Financen muss Erfolgen.Auch damit das Budget der Europäischen Union endlich Ordentlich Kontrolliert und sich Selbstbedienung unterbunden wird. Für alle Staaten.

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      Martin Rehntier

      Die „europäische Idee“ bedeutet zentralisierte Wirtschaft und abgeben von nationalen Kompetenzen?

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    Thorsten Kani

    Ich vermute, meine bescheidenes Wissen um dieses Theme wird kaum reichen, um diese Frage seriös beantworten zu können. Wen die Frage aber lautet, traue ich diesem Mann. Dann sage ich ja. Ich traue ihm zu, negative Entwicklungen korrigieren zu wollen und auch zu können. In diesem Sinne, Thorsten Kani.

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    Stern

    Ein logischer Schritt innerhalb der Eu. Die Menschen sollen sich langsam von der Nachkriegs-EU verabschieden und in die Zukunft blicken. Dieses kleinkarierte in geschlossenen Grenzen Denken sollte langsam der Moderne weichen. Meine Kinder sehen sich als Europäer geboren in Deutschland mit der Möglichkeit überall innerhalb der EU zu arbeiten und zu leben.

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    Alex Ray

    Auf jeden Fall! Sieht man ja schon in Deutschland, daß überall da, wo staatliche Aufgaben (Bildung, Sicherheit, Infrastruktur etc…) Ländersache sind, also ungleiche Standarts herrschen, Probleme entstehen. Es gibt keinen guten Grund, die Steuern in Europa nicht anzugleichen, oder eine europäische Kranken- oder Arbeitslosenversicherung einzuführen. Ich bin für ein Europa mit einer Bürgerschaft mit gleichen Rechten (Justiz, Wählen, Freizügigkeit, Löhne, Soziales) und Pflichten (Steuern, Wehrpflicht, etc). Es könnte so einfach sein. Aber wenn es so weitergeht, werden die Fliehkräfte immer stärker und die Nationalismen nehmen weiter zu. Zeit es anzupacken!

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    Toni Lüdi

    Natürlich braucht die EU einen eignenen Etat! Und selbstverständlich auch einen Finanzminister! Hierzu sollte die Transaktionssteuer eingesetzt werden! Vielleicht auch 1% Mehrwertseuer!

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    Toni Lüdi

    Die EU muß gar nicht gerettet werden! Die Vereinigung Europas ist ein 3.000 Jahre alter Traum. Wir sind nun auf einem guten Weg und schon weit gekommen in den vergangenen 60 Jahren! Mit Selbstvertrauen und Mut weiter so!

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      Marcel Heldt

      Reformen ja…Ausbeutung nein.

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    Erna Götze

    Macron will nur Frankreich selbst damit retten.Wir aus Deurtschland sollen zahlen für die Schulkdenstaaten der EU,dazu gehört Frankreich an vorderster Stelle,

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    Martin Reim

    Es gibt da tatsächlich gute Ansätze, aber er sollte von seinen neoliberalen Vorhaben ablassen. Freiheit darf nicht nur die Freiheit der Geschäftemacher sein. Die Menschen in Europa wollen an der Europäischen Idee partizipieren und nicht von ihr bevormundet werden.

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