Populisten auf dem Vormarsch: Schon seit den Wahlen für das Europäische Parlament 2014, sprechen Beobachter genau davon. Parteien rechts und links werden angeblich von den Populisten weggefegt. Der Brexit schien dies zu bestätigen und für eine kurze Zeit sah es auch so aus, als ob populistische Parteien in Frankreich, den Niederlanden und Österreich die Macht übernehmen werden.

Das ist nicht passiert. In den Niederlanden hat die Partei für die Freiheit (PVV) von Geert Wilders schlechter abgeschnitten als erwartet. Dann wurde Norbert Hofer von der rechtsextremen Partei FPÖ in den Präsidentschaftswahlen in Österreich besiegt. Und vor kurzem hat auch Marine Le Pen von der rechtspopulistischen Partei Front National ihr Ziel in Frankreich verfehlt.

Beachtenswert dabei ist, dass Macron überwältigend gegen den Front National gewonnen hat. Es wird erwartet, dass seine Partei La République En Marche! in der zweiten Runde der Parlamentswahlen am 18. Juni mehr als zwei Drittel der Sitze ergattert. Ob der Front National überhaupt Abgeordnete ins Parlament schicken kann, bleibt weiterhin offen.

Was denken unsere Leser?  Ein Kommentar kam von Georgia, die glaubt, dass Marine Le Pen in fünf Jahren zurückkommt und zwar noch stärker als dieses Jahr. Le Pen hat zwar nicht diese Wahl gewonnen, aber klar, wenn Macron nicht abliefert, könnte sie sicherlich die Wahl 2022 gewinnen.

Für eine Antwort auf diesen Kommentar sprachen wir mit Frans Timmermans, erster Vizepräsident der Europäischen Kommission. Was sagt er dazu?

Willst du mehr über Fake News erfahren? Klicke auf unsere Infographik, wir haben ein paar interessante Fakten zusammengestellt:

Für eine andere Meinung haben wir Georgias Kommentar zu Anton Pelinka gebracht, Professor für Politikwissenschaften und Experte für Nationalismus an der Central European University in Budapest. Was sagt er dazu?

Also ich glaube, dass es eindeutig ist, dass es in beiden Fällen, in Frankreich und Österreich, eine Mehrheit gegen den Rechtspopulismus gibt. In beiden Fällen haben es Macron und Van der Bellen geschafft, eine Mehrheit von Mitte- und Linkswähler gegen Rechtspopulismus zu mobilisieren. Das bedeutet, dass Rechtspopulismus sicherlich signifikant ist, aber nicht die „stille Mehrheit“ ist, wie die Rechtspopulisten manchmal von sich behaupten. Es gibt eine Mehrheit gegen Rechtspopulismus und es ist wichtig, dieses Potential gegen extremistische Einstellungen zu vereinen, und genau das ist in Frankreich und Österreich passiert.

Als nächstes haben wir einen Kommentar von João bekommen, der sich absolut sicher war, dass die Rechtspopulisten in Österreich, den Niederlanden und Frankreich gewinnen würden. Warum lag er am Ende falsch? Wie würde Frans Timmermans erklären, was passiert ist?

Ein weiterer Kommentar kam von Enric, der unterstreicht, dass die Stimmenanteile für populistische Parteien immer noch zunehmen, obwohl es seit dem Brexit zu keinem großen Durchbruch kam. In anderen Worten, er glaubt, dass der Aufstieg des Populismus immer noch in vollem Gange ist. Was würde Timmermans dazu sagen?

Auch Konstantinos hat uns geschrieben. Er glaubt, dass der niederländische Premierminister Mark Rutte während dem Wahlkampf die nationalpopulistische Rhetorik von Wilders übernommen habe, um so die Wahlen zu gewinnen. Was sagt Frans Timmermans dazu?

Den gleichen Kommentar haben wir auch an Philippe Legrain weitergeleitet, ein politischer Ökonom und Autor (und Gründer des Open Political Economy Network), der viel über Populismus geschrieben hat. Was sagt er zu Konstantinos?

Als letztes wollten wir das Gleiche von Professor Pelinka wissen. Was sagt er dazu?

Also ich glaube, im niederländischen Fall gibt es keine klare Grenze zwischen Populismus und Nicht-Populismus. Um Wahlen zu gewinnen, sind manche Parteien verleitet, Teile der populistischen Agenda zu übernehmen. Das ist was wir „Populismus light“ nennen. Es ist eine schwierige Strategie, denn auf der einen Seite kann es Rechtspopulismus verhindern, aber auf der anderen Seite bedeutet es auch, dass Rechtspopulismus trotzdem siegreich ist, in der Gestalt von gemäßigten Parteien. Also ja, es ist eine Gefahr. Populismus light ist eine mögliche Strategie um Rechtspopulismus zu besiegen, aber auf der anderen Seite kann es bedeuten, dass die Substanz beinahe dieselbe ist.

Kann die EU Populismus überleben? Warum haben Rechtspopulisten den Durchbruch in Frankreich, den Niederlanden und Österreich nicht geschafft? Und können gemäßigte Parteien Rechtspopulisten besiegen, ohne selbst zu Populisten zu werden? Teile deine Meinung mit uns und wir fragen Europas Politiker und Experten nach ihrer.

FOTO: CC / Flickr – David B Young

EU_for_citizens

In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EESC)
– Civil Society Days 2017 #CSdays2017.



65 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

    • avatar
      Frank Burgdörfer

      inwiefern?

    • avatar
      Julian Winter

      In wie fern? Können Sie mehr als nur 0-8-15-Sätze raushauen, deren Wahrheitsgehalt jeder halbwegs gut gebildete Bürger stark bezweifelt? Die EU ist höchstens in der Hinsicht populistisch, dass sie uns vehement daran erinnert, dass wir Europäer keine Alternative haben – wenn wir international gegen Milliardenvölker wie China oder Indien mithalten wollen. Und das ist eigentlich kein Populismus. Sondern nichts als die Wahrheit.

    • avatar
      Martin Skorny

      Julian Winter, die globalistische Elite, die über Brüssel Europa diktiert, kann ihren Fortbestand lediglich durch die Ausbreitung/Forcierung des Niedriglohnsektors absichern.
      Dies gibt jedoch langfristig nicht einmal im Ansatz die Sicherheit, dass man mit diesem Kurs konkurrenzfähig gegen China/Indien sein wird.
      Darüber hinaus beweisen Staaten wie z.B. Norwegen, Liechtenstein, die Schweiz oder alsbald auch GB sehr wohl, das man auch ohne die EU lebensfähig bleiben kann.

    • avatar
      Nescho Bojic

      Martin Skorny Das was sie sagen mag sein, hat aber dann nichts mit Populismus zu tun sondern was Sie beschreiben ist eben einfach Lobbyismus.

    • avatar
      Martin Skorny

      Nescho Bojic, laut Definition bedeutet Populismus einfache Lösungen für komplexe Sachverhalte zu bieten.
      Wie darf man demnach die Äusserungen „Wir schaffen das“ von Merkel/Juncker zur Flüchtlingspolitik anders verstehen, als populistisch?

  1. avatar
    Di Lückert

    Die Frage sollte doch sein ist Populismus schlimm??wen jeder weiß was es bedeutet würde er verstehen warum es dir eu nicht überleben sollte! !aber Europa schon!!!

    • avatar
      Timonidas Arturovic Martell

      Populismus ist schlimm weil politische Ideen und Argumente auf absurde reisserische Parolen beschränkt werden, aber populismus ist die natürliche Folge von Demokratie und der Begriff wird in Deutschland nur auf Rechte beschränkt, als ob die Linke nicht populistisch wär.

    • avatar
      Marcus Zuther

      Definiere Populus ….
      Dann erkenne deinen Fehler
      Fange noch mal von vorne an

    • avatar
      Di Lückert

      Populismus bedeutet immer vom Volk aus. (Kommt von Population )deswegen sind alle so dagegen weil sie ihr mavht verlieren würden. Demokratie ist nichts gutes weil hier die macht nicht beim Volk liegt so wie die es erzählen sondern die macht bei den Eliten der Finanzwelt. Der Faschismus im neuen Gewand. …..

  2. avatar
    Sven Nils Frank

    Die EU ist ebenfalls nichts gutes- Bankenrettung, verschwiegene Freihandelsabkommen, nicht-abwählbare Kommissare….

  3. avatar
    Christian Fischer

    Na ja, da vergisst der Autor im Bezug auf den FN in Frankreich aber, dass in Frankreich das Mehrheitswahlrecht herrscht. Sprich der Kandidat mit den meisten Stimmen im Wahlkreis gewinnt. Alle anderen stimmen gehen unter.

    Hätten wir das in D, dann hätten wir vermutlich für die Linke und die Grünen irgend wo zwischen 0 und 5 MdB. Den Rest würden sich CDU und SPD aufteilen. Und da ist dann nichts mit Ausgleichs- und Überhangmandaten.

    In sofern ist diese Betrachtung in Frankreich was die Nationalversammlung falsch. Bei einem Verhältniswahlrecht wären 20% der Abgeordneten vom FN. Und die Wähler sind ja nicht weg, nur weil die Wahl rum ist. Die haben ihre Meinung, ihre Sorgen – fühlen sich aber nicht vertreten. Das Ergebnis könnten sehr handfeste Eigen-Lösungen für bestimmte Probleme sein.

    Und bei der Präsidentschaftswahl war das keine Wahl für Macron. Sondern gegen Le Pen. Und ich finde „Gegen“-Wahlen irgend wie…. komisch. In der Demokratie sollte der Wettstreit der Parteien dazu dienen, von den eigenen Positionen zu überzeugen. Wenn alle die daheim geblieben wären, die nicht aus Überzeugung mit den Positionen von Macron übereingestimmt haben, ich würde gerne das Wahlergebnis wissen. Wenn nachher selbst quasi die SPD die Wahle eines CDU-Kandidaten vorschlägt. Das ist mehr als…. Wählerverarschung…. Und genau dieses Spiel wird nun in der 2. Runde der Wahlen zur Nationalversammlung passieren. Die anderen Parteien werden taktisch auf ihre Kandidaten in den Wahlkreisen verzichten, in denen der FN gut abgeschnitten hat. d.h. 30% FN gehen unter, weil die anderen Parteien sich auf einen Kandidaten einigen, der im Rennen um diesen Wahlkreis antritt. Und die Wähler der anderen Kandidaten in diesem Wahlkreis zu einer FN-Verhinderungswahl aufgerufen werden. Also ehrlich, Demokratie geht anders….

  4. avatar
    Daniel Gallardo

    Die EU ist ein zentralistischer Superstaat der sich über die Souveränität der Völker stellt.
    Die EU mit ihrer Armee von unproduktiven Bürokraten und Parlamentariern gehört abgeschafft.

    • avatar
      Julian Winter

      Eigentlich nicht. Nein. Die EU ist die Erkenntnis, dass wir Europäer in unserem Einfluss stetig sinken. 1950 machten wir noch 22% der Weltbevölkerung aus, so sind es 2010 nur noch 7% gewesen. Wenn wir gegen Milliardenvölker wie Indien oder China nicht jeden einzelnen Interessenskonflikt haushoch verlieren wollen, müssen wir Europäer unsere Einzelstärken bündeln. Das ist eigentlich so einfach, dass sogar Sie das verstehen dürften.

    • avatar
      Daniel Gallardo

      Die Wirtschaft braucht die EU nicht und das Wirtschaftswunder das wir erlebt haben kam ganz ohne den Superstaat EU aus.
      Die EU schadet der Wirtschaft sogar, durch die inflationäre Papiergeldwährung Euro und ihre Bürokratie.
      Monopole sind immer schlecht.
      Europa kann ohne die EU noch stärker sein.

  5. avatar
    Sabine Wg

    Ich weiß nicht was schlimmer ist Populismus oder eine Frau Merkel die versucht uns alle Rechte zu nehmen und aus Deutschland ein kontrollier barer Staat macht indem das Volk nix mehr Zusagen hat .

  6. avatar
    Mickey Glencairn

    Nur wenn die alten Parteien einlenken und ihre Politik ändern. Ansonszen öffnen Sie Tür und Tor diesen Polemikwrn wie man in Polen und Frankreich gesehen hat. Auch Deutschland ist davon betroffen wie auch Italien. Wenn eines dieser Großen Wirtscjaftsstandorte in die Hände der Rechten oder Nationalen fällt. Ist es vorbei mit der Währungsunion und einem geeinten Europa. Weil sich Neoliberalismus gegen das Bürgerbegehren und nur für die Wirtschaftsfunktionäre durch setzt. Es wäre eine Revolution die in einen Bürgerkrieg in Europa münden könnte.

    • avatar
      Marcus Zuther

      EU und Europa sind zwei komplett unterschiedliche Dinge

    • avatar
      Christian Woleig

      Die EU-Lobbyisten vermischen das nur gerne um die EU-Kritiker in die böse Ecke zu stellen – DAS ist Populismus und ganz böses, manipulatives Framing…

    • avatar
      Julian Winter

      Eigentlich nicht. Nein. Die EU ist die Erkenntnis, dass wir Europäer in unserem Einfluss stetig sinken. 1950 machten wir noch 22% der Weltbevölkerung aus, so sind es 2010 nur noch 7% gewesen. Wenn wir gegen Milliardenvölker wie Indien oder China nicht jeden einzelnen Interessenskonflikt haushoch verlieren wollen, müssen wir Europäer unsere Einzelstärken bündeln. Das ist eigentlich so einfach, dass sogar Sie das verstehen dürften.

    • avatar
      Niko Schneid

      man kann alles von verschiedenen seiten betrachten und machnal ist das auch ganz gut das zu tun . frage ist … wird nicht immer behauptet von der Politik Weltweit das die Weltbevölkerung viel zu hoch ist ? Also ist die entwicklung doch in europa genau richtig gewesen ? … ein land das relativ gut wirtschaftlich und friedlich läuft da darf man einfach möglichst nicht viel verändern . Das ist einfach ein lebensraum , sowas spielt sich über Jahre ein und wenn man nur kleinigkeiten daran verändert kann das ein kettenreaktion auslösen . das ist das Problem glaube ich , da sind viel zu viele Politiker für ein Land verantwortlich und jeder will etwas verändern . viele Köche verderben den brei . Dabei hat sich , wenn cih mich recht erinnere gezeigt das es schon Länder gab die jahre komplett ohne regierung ausgekommen sind . ich glaube spanien udn Belgien

    • avatar
      Markus Hirsch

      Jetzt wird die EU schon als Bündelung der Kräfte verkauft.

      Das es einst als reiner Wirtschafts und Handelsraum zwischen europäischen Ländern verkauft wurde, und die Länder damit de facto eiskalt betrogen wurden merken Sie nicht.

      Es braucht keine EU um souverän zu bleiben.

      Ich denke nicht dass ausgerechnet jemand wie Sie mich in der Thematik belehren braucht.
      Werden Sie erst einmal richtig erwachsen.

      Wie man sieht wissen Sie ja nicht einmal den Grundstoff.

  7. avatar
    Andreas Hackl

    Populismus nachschlagen -> den gegenteiligen Begriff herausfinden -> dessen Definition nachlesen -> überlegen, was einem lieber ist.

  8. avatar
    Norbert-Martin Binder

    Die EU in dieser Form! Hoffentlich geht die bald drauf! Am besten morgen schon statt übermorgen! Denn mit Merkel und Co. Gibt’s keine Zukunft für die EU!

  9. avatar
    Christian Woleig

    Wenn sie sich zu einem Europa der Menschen wandelt, sich von der Lobbykratie abwendet und hin zum Bürger statt weiter zu einer EU der Konzerne und Reichen zu mutieren, würde das EUROPA entstehen das immer propagiert wird. Und erst dann wäre es ein starkes, verbindliches Europa das wir alles brauchen.

    Damit wären die POPOlisten Geschichte anstatt Protest …. und man weiß ja das die Schafe den Wolf wählen, um dem Schfer mal zu denken geben ….. Nur sollte der Schäfer ein Einsehen nicht zu lange hinauszögern…..

    • avatar
      Sebastian Knepper

      😂😂 nie im Leben dafür ist die EU doch überhaupt geschaffen worden!!

  10. avatar
    Benjamin Weiß

    Kann die EU ihren Job machen? Dann würds diesen sogenannten „Populismus“ gar nicht erst oder kaum geben…

    • avatar
      Sascha Harth

      Das hat mit fehlendem Anstand der Zivilbevölkerung zu tun, nicht mit den Politikern.

    • avatar
      Benjamin Weiß

      Wo hat das mit fehlenden Anstand zu tun, wenn Frontex nicht imstande ist die Grenzen zu sichern? Was ist mit schärferen Kontrollen, ob es sich um schutzbedürftige, Wirtschaftsflüchtlinge oder gar Terroristen handelt?

  11. avatar
    Erik Dorn

    Populismus gab es die ganze Zeit. Aber die Qualität der regulären Politik und Medien war noch nie so mies wie heute, so dass, die Gegenkraft zum Populismus schwächelt.

    Die Frage ist also eher: Kann Europa diese korrupten und unfähigen Politiker und die sie unterstützenden Medien überlegen?

  12. avatar
    Marcus Zuther

    Definiere Populus …
    Bedeutet es nicht Das Volk

    Also Volksnähe kann die EU nicht überleben ,aber Europa würde es stärken

  13. avatar
    Udo Hans Schittkowski

    Zunächst sollte erst mal geklärt werden, wo die Populisten hocken. In Deutschland sitzen Sie, meines sehr Achtens, auf ihren Ärschern, in Bundestag. Ihre Kerflutscher nartürlich verteilt in der gesamten Republik. Habe die Tage mitbekommen, dass es allein an Stasiköpfe, 91.000 dieses Abschaums, in der DDR und sonstwo unterwegs waren. Und dieser gesamte Siv hockt jetzt bei uns , in sämtlichen Positionen. Vor allen Dingen in der Politik und in den Medien.

  14. avatar
    Marco Schmidt

    Was ist Populismus? Warum ist Populismus ein Schimpfwort? Populismus heisst für Politiker zu machen was das Volk will!! Das wollen die etablierten Parteien nicht!!! Die wollen treiben was sie wollen!!

    • avatar
      Nescho Bojic

      Po·pu·lịs·mus
      Substantiv [der]abwertend

      Eine Politik, die mit scheinbar einfachen Lösungen die Gunst der Bevölkerung zu gewinnen versucht.

  15. avatar
    Axel Schneider

    :-) Populismus sollte künftig auf mehreren Ebenen spielen. Es braucht auf jeden Fall eine demokratische Plattform im Sinne von demokratischem Nationalsozialismus oder demokrat. Kommunismus (…). Vor allem aber benötigen wir endlich ein populistisches Kabarett. Dann hat Populismus auch wieder Zukunft.

  16. avatar
    Marcel Burghart

    Wenn man die Bedeutung des Wortes kennen würde, müsste man nicht so einen Schwachsinn von Artikel verfassen. Die eu wird nicht überleben will sie so ist wie sie ist. Ein undemokratisches Konstrukt von korrupten gekauften “volksvertretern“ anders kann man sich nicht mehr erklären warum handelsabkommen geschlossen werden sollen die uns nichts bringen und die auch niemand will. Die eu soll überleben? Dann macht eine echte Demokratie daraus und übernehmt das System der Schweiz. Alle anderen Ländern in Europa sind nur scheindemokratien.

  17. avatar
    Ralf Peter

    Der sogenannte Populismus ist erst entstanden,als Brüssel aufgehört hat für die Bürger Politik zu machen.

    • avatar
      Zwen Adamowicz

      ich würde eher sagen, dass Europa noch nie politik für Ihre Bürger gemacht hat .Erst als die Bürger dies mitbekommen haben, entstand diese reziplikative Wort

  18. avatar
    Friar Tuck

    Ja, die EU kann den Populismus überleben. Aber dafür muss sie etwas tun. Sie muss den Sumpf trockenlegen, aus dem der Populismus erwächst und sich ernährt. Sie muss für soziale Gerechtigkeit sorgen, für ein ausreichendes Auskommen für alle. Menschen, denen es gut geht, fallen nicht so schnell auf Starker-Mann-Heilsversprecher herein. Ja, das kostet Mühe. Ja, da muss man Geld in die Hand nehmen. Aber liegt nicht auch ein ganz wesentlicher Sinn – eine Existenzberechtigung quasi – eines solchen Gebildes darin, dafür zu sorgen, dass es seinen Bürgern gut geht? Ich fürchte, – leider, leider – die neoliberal geprägte EU ist davon allerdings weit entfernt.

    11/05/2017 Professor Spier und Niedermayer haben auf deinen Kommentar geantwortet.

  19. avatar
    Marc Trommler

    Der Begriff „Populismus“ ist für sich nicht negativ behaftet. Denn er beschreibt das Eingehen auf Wünsche und Sorgen der Bürger.
    Negativ behaftet wird er von all jenen, die sich zu weit aus der bürgerlichen Mitte entfernt haben und mit den Sorgen ihrer Mitmenschen einfach nix anzufangen wissen.

  20. avatar
    Dennison Richard Dick

    Hoffentlich nicht. Der Begriff wird immer so kontextfrei von Organisationen wie euren umhergeworfen. Die Hypokrisis würd’s sich wünschen

  21. avatar
    Nescho Bojic

    Haben sie in diesem Interview auch mit Martin Schulz gesprochen? Er ist momentan ein gutes Beispiel für Populismus. Vor allem das es auch mal richtig in die Hose gehen kann.

  22. avatar
    Cecilia Ly

    Es wird gewechselt Populismus mit Patriotismus…jeder der sich gegen die verlogene Politik stellt wird als populist hingestellt…

  23. avatar
    Moki Holic

    Populismus spricht Idioten an, weil er einfache aber falsche Antworten auf komplexe Probleme liefert.
    Die Frage ist nicht ob die EU den Populismus überlebt, sondern ob die EU die Idioten überlebt. Wenn ich mir die Kommentare anschaue sieht es schlecht aus.

  24. avatar
    Christian Woleig

    Diese ewige Vermischung der Begrifflichkeiten von EU und Europa ist auch poulistisch. Damit wollen EU-Lobbyisten Ihre Kritiker mundtot machen indem man Sie auf diesem Wege als EUROPA-Gegner framen kann…. denn wer die EU (zu recht) kritisisert, muss ja ein Europagegner ergo ein Rechter sein….

    Das ist Populismus und Framing noch oben drauf …..

    • avatar
      Oliver Pittner

      Populismus bezeichnet postfaktische Argumentführung oder postfaktische Methodik, welche auf subjektive Emotionalität zwecks Verbreitung zielt. Insofern kann Populismus in jedem möglichen Bereich auftreten, welcher Austausch von Meinung oder Lösungkonzepte für reale Probleme forciert. Man könnte es auch umgangsprachlich als „Stammtisch“ bezeichnen, der im Vergleich zu nicht digitalen Zeiten nicht gesellschaftsfähig war.
      Ein populistisches Argument beinhaltet daher selten Fakten, sondern eine subjektive Stellungnahme zu einem Sachverhalt, der aber nur auf eine subjektiv wahrgenommene Realität beruht.

      Die Ursache weshalb Populismus heute so gesellschaftsfähig ist hängt unter anderem mit Digitalisierung und dem einhergehenden Verlust kognitiver Leistungsfähigeit bei Heranwachsenden Menschen. Sprich es fehlt maßgeblich an eigener Analyse und Reflektionsfähigkeit. Solange es als normal gilt, dass man zwecks Internet und sozialen Netzwerken populistische Meinungen oder Bereichte teilt wird das Problem eher schlimmer werden.

      Populistisches Denken verhindert eigene Meinungen und wirkt ähnlich wie Massenpsychologie. In früheren Zeiten könnte man Ideologisten als Populisten sehen, also jene die z.B. das NSDAP Programm kritiklos übernahmen, oder jene des Kommunismus. Aber auch die meisten Formen religiösen Glaubens sind streng genommen Formen von Populismus. Würden Religionen nur mit Fakten arbeiten, würden sie ein Großteil ihrr Wirkensmacht verlieren und die Menschen zur eigenen Intellektualität antreiben – wie z.b. die buddhistische Lehre, die nichts verspricht, was man nicht selbst erdacht hat. Womöglich wird der Buddhismus deswegen oft als „Gelehrtenreligion“ angesehen, weil er nemals emotionale oder subjektive Antworten forciert, sozusagen ein etablierter Antipopulismus als Gedankensystem darstellt.
      Das kann man aber auch auf Humanismus oder andere Konzepte übertragen, die eher rationaler objektiver Natur sind. Die Naturwissenschaft z.b. kennt ebenfalls wenig Populismus aufgrund der modernen Wissenschaft.

    • avatar
      Christine Lenzen

      Oliver Pittner also so wie die Mähr vom faulem Arbeitslosen gemütlich in der sozialen Hängematte !

  25. avatar
    Raziel Nihilesta

    Vielen Dank.
    An Oliver Pittner.

    Hm… Wenn man dabei bedenkt, dass der absolute Großteil der erfolgreichen Wahlkampfstrategien auf Emotionen basieren, könnte man meinen, dass der Großteil der gewählten Regierung aus Populisten besteht.
    Oder nicht?

    • avatar
      Oliver Pittner

      In der Tat. Gegenwärtig diskutiert man akademisch wo und wie Populismus eigentlich genau in Erscheinung rtitt. Dabei gehen wir im Moment davon aus, dass dieses Phänomen die Menschheit seit ihrer Staatenbildung begleitet. Es tritt mal stärker, mal schwächer in Erscheinung in verschiedenen Diskursen.

      Meine persönliche Perspektive ist, dass Populismus ein normativer Mechanismus innerhalb menschlicher Gesellschaften ist, der immer dann zu Tage tritt, wenn die Komplexität einer Sache die kollektive Rezeptions- und Analysekompetenzen überschreitet.

      Es ist im Endeffekt ähnlich wie im akademischen Feld mit Objektivität und Subjektivität. In der Geschichtswissenschaft z.b. lehrt man eigentlich sogenannte „Meistererzählungen“. Das sind vereinfachte Darstellungen der tatsächlichen Geschichte, da die tatsächliche Faktenlage bildlich gesprochen die geistige Rechenleistung der Allgemeinheit überschreitet.

      Im Endeffekt heißt das Allgemein gesprochen, dass Populismus in fast jedem möglichen System auftreten kann, wenn es um eine zweckgebundene Verwendung oder Darstellung einer Sache geht – z.b. Mathematik, Chemie, Politik, aber auch zwischenmenschliche Konfliktlösung.

      Populismus ist gerade in Politik oder Rhetorik zweckgebunden, d.h. sie dient dort immer entweder zur defensiven Darstellung einer Sache, oder einer offensiven Darstellung, ggbf auch beides.
      Populismus wäre hier die Methodik mit welcher dieses dann geschieht – unfaktisch, nicht auf Tatsachen beruhend, emotionale Psychologie für Polemik/Apologie verwenden, um das Unfaktische als nebensächlich erscheinen zu lassen.

      Andere Populismen die Schwertkämpfer z.b. regelmäßig begegnen:
      – „Das Katana ist das beste Schwert der Welt.“
      – „Das Langschwert ist nicht scharf.“
      – „Ein Ritter besiegt einen Wikinger.“
      – „Ein Wikinger besiegt einen Ritter.“
      – „Liechtenauer ist der beste Fechtmeister des Mittelalters“
      – „Man kann mit einer kürzeren Waffe nicht gegen eine längere gewinnen.“
      – „XY hat 100 Menschen im Duell besiegt.“
      – „ICH habe 100 Menschen im Duell besiegt.“ XD
      – „Frauen können nicht kämpfen.“

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Notify me of new comments. You can also subscribe without commenting.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

By continuing to use this website, you consent to the use of cookies on your device as described in our Privacy Policy unless you have disabled them. You can change your cookie settings at any time but parts of our site will not function correctly without them.