Das ging gehörig nach hinten los: Es wirkte wie eine richtig gute Idee zum damaligen Zeitpunkt. Neuwahlen ansetzen, Mehrheit absahnen und damit einen ordentlichen Auftrag vom britischen Volk bekommen. Damit hätte man die Brexit-Verhandlungen mit einer starken Hand starten und möglicherweise sogar unliebsame Kollegen aus dem Kabinett schmeißen können.

Das Ergebnis jedoch ist ganz ein anderes. Heute sind die britischen Wähler mit einem sogenannten „hung parliament“ aufgewacht. Keine der Parteien hat eine absolute Mehrheit. Laut Medienberichten, weigert sich Theresa May jedoch zurückzutreten. Ihre Glaubwürdigkeit wurde jedoch gestern Abend massiv geschädigt und es bleibt offen, ob sie sich an der Macht halten kann. Die nordirische Democratic Unionist Party (DUP) könnte den Konservativen zu einer knappen Mehrheit verhelfen, doch deren Vorsitzende meinte bereits, dass es äußerst schwierig für May werde, politisch zu überleben.

Großbritanniens wirtschaftliche Zukunft sieht alles andere als rosig aus. Der Wert des Pfunds ist erneut gesunken, was höchstwahrscheinlich zu einer Inflation führen wird. Das Vereinigte Königreich ist vom ersten Platz für die am schnellsten wachsende Wirtschaft auf den letzten gerutscht, und das alleine in den letzten 12 Monaten.  Die Arbeitslosigkeit ist zwar auf einem historischen Tiefstand, doch das politische Chaos wird wohl zu ausbleibenden Investitionen führen und damit auch zu weniger Arbeitsplätzen.

Außerdem beginnen die Brexit-Verhandlungen in genau zehn Tagen, das sollten sie zumindest. Doch wer wird dann dem Unterhändler der EU-Kommission gegenübersitzen? Was wird die britische Position genau sein? Wird die neue Regierung in London garantieren können, das sie etwaige Deals mit der EU auch durch das britische Parlament bekommen? Oder wird jetzt mal vor sich hin verhandelt und dann brechen die Verhandlungen auf halbem Wege möglicherweise zusammen?

Welchen Einfluss hat das britische Wahlergebnis auf den Brexit? Schreib uns deine Meinung und wir fragen Europas Experten und Politiker nach ihrer.



6 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Friedrich

    Zumindest dürfte es dank der sozialen Wahlerfolge einen sozialeren #Brexit geben – wenn überhaupt. Diese Frage steht weiter im Raum, da die Briten UKIP aus dem Parlament gewählt haben. Doch der offizielle Antrag ist beim Europaparlament eingereicht. Ich frage mich, wie man in 10 Tagen eine Regierung bilden kann…

    Für mich zeigt das Wahlergebnis aber sehr wohl, dass die harte Politik der Konservativen das Land aufgeweckt hat. Es waren deutlich mehr jüngere Wähler an den Wahlurne als beim Referendum zum Brexit.

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    Mickey Glencairn

    Eine klare Absage an May Eiserne Lady um jeden Preis den Brexit durch zu Exercieren. Junge moderne Briten schätzen das Gefühl von Europa und wollen nicht Aussenseiter in einem solchen Europa sein. SIE legen Wert auf Sozialdemokratie und ein Miteinander. Das sich Greatbriten aif sich selbst National besinnen will mit May ist damit eine Abfuhr erteilt worden.

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    Terezia Meixner

    Auch dieses Ergebnis ist ein Ergebnis ! Es dürfte wohl zunächst zu einer Minderheitsregierung und dann zu baldigen Neuwahlen kommen ! Unabhängig davon dürfte der Brexit allerdings vollzogen werden – egal wie ein neuerliches Wahlergebnis dann ausfallen würde !

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    Pierre Gummersheimer

    Die Briten stehen jetzt unter Zugzwang.
    Die Verhandlungen werden sich weiter Raus ziehen.
    Beide Parteien haben,die Möglichkeit Ihre Forderungen neu zu bedenken.
    Ist eigentlich, die Aufforderung, den Brexit , weich zu gestalten.
    Benehmen wir,wie ein Gentleman und heben wir die Tür auf.

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    Christian Fischer

    Das endet damit, dass entweder die ganze Kiste gegen die Wand fährt und am Ende ein unverhandelter Ausstieg kommt. Oder die Weichen Brexiters setzen sich – ggf. in einer „großen Koalition“ mit Labour, durch.

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