„Computer, schalte das Licht aus!“ Futuristen sagen bereits seit Jahrzehnten voraus, dass computergesteuerte, vollautomatisierte Häuser bald Realität werden. Schon 1956 hat General Motors beispielsweise einen Werbekurzfilm produziert, der das „Zuhause der Zukunft“ zeigen sollte; mit dabei war ein Küchenroboter, der selbständig einen Kuchen backt.

Jedoch haben wir erst jetzt die Technologie dazu, die meisten der damaligen Träumereien, Realität werden zu lassen. Denn „Smart Homes“ gibt es bereits, in denen das Licht und die Temperatur (Heizung, Lüftung und Klimaanlage) komplett durch einen Computer gesteuert und überwacht werden.

Vielleicht können unsere Häuser nicht selbständig einen Kuchen für uns backen, aber vielleicht sparen sie für uns Energie? Wir haben einen Kommentar von Thomas bekommen, der glaubt, dass „Smart Buildings“ uns bei der Energieeffizienz helfen können.  Hat er Recht? Ist mehr Technologie wirklich der beste Weg, Strom zu sparen? Oder sollten wir unser Geld nicht lieber in altmodische Aufklärungskampagnen investieren, die uns sagen, dass wir immer das Licht ausschalten und im Winter einen warmen Pullover anziehen sollten?

Um darauf eine Antwort zu bekommen, sprachen wir mit Dr. Lucelia Rodrigues, Dozentin in Architektur an der University of Nottingham, die sich in ihrer Forschung auf nachhaltige Städte konzentriert. Glaubt sie, dass Smart Technology die Antwort ist? Oder eher größeres öffentliches Bewusstsein? Brauchen wir wirklich einen Computer, der für uns das Licht ausschaltet?

Ich glaube, wir brauchen beide Optionen, um wirklich einen Unterschied zu machen. Erstens brauchen wir mehr Daten, um zu verstehen, wie Energie in Gebäuden eingesetzt wird. Das würde zu mehr Kontrolle und effizienterer Energienutzung führen. Jedoch benutzen Gebäude Energie nicht von sich aus – die Menschen nutzen die Energie. Und häufig können sich die Verbraucher über die mechanischen Kontrollen hinwegsetzen und so den Verbrauch beeinflussen. Daher ist es auch notwendig, dass wir Menschen durch Aufklärungskampagnen und anderen Mitteln beteiligen und ihnen erklären, wie man effizient Energie in ihren Häusern nutzen kann.

Darüber hinaus sprachen wir auch mit Sylvain Robert von der Generaldirektion Energie (DG Energy) der Europäischen Kommission. Was sagt er dazu?

Ja, Smart Technology kann zu signifikanten Stromeinsparungen führen. Sie haben auch geringe Vorlaufkosten, was sie sehr interessant für Privathaushalte machen. Von daher hat die Europäische Kommission in der Richtlinie „Energy Performance Buildings Directive“ (EPBD) vorgeschlagen, ihnen eine wichtigere Rolle zukommen zu lassen. Aufklärung der Menschen ist auch wichtig, um sicherzustellen, dass sie das Beste aus der Smart Technology machen.

Die gleiche Frage haben wir auch Verena Brennan gestellt, „Energy Awareness Manager“ bei Codema, eine Agentur in Dublin, die seit 1997 der irischen Hauptstadt dabei hilft, ihre Energieeffizienzziele zu erreichen. Was sagt sie dazu?

Es ist ein bisschen von beiden. Ja, wir haben bereits gesehen, dass Häuser mit „smarten Zählern“ dabei helfen, Strom zu sparen. Sie kontrollieren die Heizung auf eine Weise, die zur optimalen Energieeffizienz führt. Aber sie führen auch zu mehr Bewusstsein. Die Hausbesitzer werden sich ihres Energieverbrauchs bewusster und versuchen daher, weniger zu verbrauchen.

Öffentliche Aufklärungskampagnen sind zusätzlich zu Smart Technology auch wichtig, um den Menschen zu zeigen, wo sie überall Energie sparen können. Die nasse Wäsche im Freien aufhängen spart zum Beispiel Energie, anstatt einen Trockner zu benutzen. Diese Informationen müssen aber kommuniziert und Wahlmöglichkeiten müssen verstanden werden. Außerdem müssen wir sicherstellen, dass die Hausbesitzer die Smart Systeme auch benutzen können und die ursprünglichen Einstellungen nicht überschreiben. Das wurde in Fallstudien auch schon beobachtet.

Für eine weitere Antwort sprachen wir mit Doris Österreicher, Dozentin an der Universität für Bodenkultur in Wien. Glaubt sie, dass Smart Houses uns beim Reduzieren der Stromrechnung helfen können?

Ein weiterer Kommentar kam von Dobromir. Er warnt davor, wichtige Systeme ans Internet anzuschließen. Betrifft das dann auch unsere Häuser?

Könnte in Zukunft mein Zuhause gehackt und überprüft werden, wann ich das nächste Mal in den Urlaub fahre und sogar meine Fenster ferngesteuert geöffnet werden? Wird mein Zuhause Daten über mich und meinen Lebensstil sammeln? In anderen Worten, stellen Smart Houses potentielle Risiken dar, für mich und meine Privatsphäre? Was sagt Doris Österreicher dazu?

Können “Smart Houses” dabei helfen, deine Stromrechnung zu reduzieren? Oder brauchen wir stattdessen mehr öffentliche Aufklärung? Brauchen wir einen Computer, der für uns den Strom ausschaltet? Und sind Smart Homes eine potentielle Gefahr für unsere Sicherheit und Privatsphäre? Schreib uns deine Meinung und wir fragen Experten und Politiker nach ihrer.

FOTO: (c) BIGSTOCKPHOTO – AAW
Diese Debatte ist Teil des H2020 SHAPE Energy Forschungsprogramms. Durch Teilnahme bestätigst du, dass du über 18 Jahre alt bist. Beiträge zur Debatte können im SHAPE ENERGY Report (anonym) zitiert werden. Wenn du nicht willst, dass dein Kommentar verwendet wird, schreibe uns bis spätestens zwei Wochen nach dem Verfassen deines Beitrags eine E-Mail.
Dieses Projekt hat Mittel aus dem „European Union’s Horizon 2020 Research and Innovation Programme“ erhalten, unter der Zuschussvereinbarung No. 731264.
SHAPE EnergyEU_


4 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

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  1. avatar
    Sergio Di

    Ist Klimawandel nicht Natürlich????

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