Wahlen_Frankreich_5

Was genau ist gestern passiert? Wir haben es ja bereits zuvor gesagt, doch diesen französischen Wahlen waren die erstaunlichsten in der Geschichte der fünften Republik. Zum ersten Mal waren keine Kandidaten der großen Volksparteien in der zweiten Runde. Der Wahlkampf des zuvor aussichtsreichsten Kandidaten, François Fillon, implodierte spektakulär unter dem schweren Gewicht einer Reihe von Skandalen.

In den letzten Stunden vor der zweiten Wahl wurden dann auch noch neun Gigabyte an E-Mails und anderen gestohlenen Dokumenten aus dem Macron-Camp geleaked, unter denen angeblich auch mehrere gefälschte Dokumente gemischt wurden.

Doch trotz diesem Chaos im Endspurt, ist der neue französische Präsident der 39-jährige Emmanuel Macron, die jüngste Person, die jemals dieses Amt in der französischen Geschichte innehatte. Er trat an als Anführer der sehr erfolgreichen Bewegung „En Marche!“, die bis jetzt jedoch noch nicht in eine politische Partei verwandelt wurde (und daher ist es auch fraglich, ob er die 577 Kandidaten finden wird, die für die Parlamentswahlen im Juni benötigt werden).

Denn manche Beobachter warnen bereits davor, dass Präsident Macron eine „lahme Ente“ sein werde. Wenn er es nicht schafft in den kommenden Parlamentswahlen eine Mehrheit zu erreichen, dann wird er gezwungen sein, einen Premierminister aus einer anderen Partei zu bestimmen. Wie würde eine Koalition zwischen dem Pro-Globalisierungs-Präsidenten Macron und einer weit linken oder rechten Partei aussehen? Schwer vorzustellen.

Doch so eine unglückliche „Hochzeit“ wird wohl eher nicht stattfinden, da auch die Wahlen der Nationalversammlung über das Zwei-Runden-Wahlsystem durchgeführt werden. Und daher werden sich wohl auch hier die Gemäßigten zusammentun um einen radikalen Kandidaten zu verhindern. Doch ausgeschlossen kann das natürlich nicht werden.

Macron hat umfassende Reformen versprochen, um die französische Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen und die ziemliche hohe Arbeitslosigkeit wieder in den Griff zu kriegen. Wenn er jedoch keine Mehrheit auf die Beine gestellt bekommt, dann muss er bald viel Überzeugungsarbeit bei konservativen Kräften und bei mitte-links Abgeordneten leisten. Seine Flitterwochen könnten also bald wieder vorbei sein.

Und dann gibt es natürlich noch Madame Le Pen. Etwa 11 Millionen Wähler gaben ihr ihre Stimme, was doppelt so viele sind, wie die Unterstützer ihres Vaters im Jahr 2002. Le Pen hat versprochen ihre Partei, die Front National, ordentlich vor den Wahlen im Juni zu reformieren. Sie würde ihre Partei gerne als die neue Opposition in der französischen Politik sehen. Die Wut und die Frustration, die sie in die zweite Runde der Wahl gebracht haben, werden nicht so schnell verschwinden.

Was bedeutet Emmanuel Macrons Sieg für Europa? Und was für Frankreich? Schreib uns deine Gedanken und wir fragen Europas Politiker nach ihrer. Diskutiere mit!

FOTO: CC / Flickr – World Economic Forum


21 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Günter Blöchinger

    Die EU schafft sich selber ab in 5 Jahren ist Macron weg vom Fenster. Und dann wird es schlimmer als diesmal die Rechten werden es schaffen weil jeder in Europa nur auf seinen eigenen Vorteil sprich Geldbeutel bedacht ist. Möglichst wenig zahlen viel bekommen das ist die Realität heute und morgen. Das sieht man am besten in der Flüchtlingskrise. Die Polen,Tschechen Ungarn und Slovaken halten die Hände auf nehmen aber keine Flüchtlinge.

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      Horst Zickler

      Es gibt keine Flüchtlinge. Es sind eingeladene Menschen, die die Sozialsysteme im Auftrag von Soros zerstören sollen, um willfährige Arbeitssklaven zu züchten.

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      Horst Zickler

      Habe heute von einem befreundeten US-Soldaten erfahren, das in Uganda und Kenia Werbespots des Deutschen Auswaertigen Amtes laufen, die mit dem Versprechen Haus,Auto,Top Job zur Auswanderung nach Deutschland einladen.
      Ich habs 2013 schon mal gehoert; wollte trotz der kriminellen Energie der GroKo i. Bezug auf den Soros-Ukraineputsch nicht glauben, was ich da im zNetz gelesen hatte.

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    Christian Woleig

    Was Herr Macron bedeutet?

    Fortführung des neoliberalen Staatsstreiches, Agenda 2030 für Frankreich, weitere Erosion Europas dank der EU der Konzerne ….

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    Denis Benjamin Holters

    Macrons Sieg.. wenn man es denn so nennen will. Letztlich hat man sich Zeit mit dieser Wahl erspielt. Jetzt hat man 5 Jahre, um die EU zurück zu einem Gemeinschaftsprojekt zu führen. Schafft man es nicht.. darüber will ich gar nicht nachdenken..

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    Holleman Wiberg

    Die Fortsetzung genau derjenigen neoliberalen Politik, die den FN erst hat erstarken lassen. Sämtliche Probleme und Ängste, die die Leute für die Rechten empfänglich gemacht haben, werden in vier Jahren immernoch da sein, sie wurden lediglich aufgeschoben. Für jeden, der auch nur leicht links der Mitte steht, muss diese Wahl wie eine gigantische Farce anmuten.

    Das gleiche steht uns mit der Bundestagswahl im September meiner Meinung nach auch in’s Haus.

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    Valentin Weiß

    Man merkt ja wie begeistert die Medien von ihm sind. Wenn die Medien nicht begeistert wären, wäre er ein Nazi, Faschist,Rechtsradikaler, Populist usw. Laut den Medien ist er wahrlich ein Demokrat der für unsere Europäischen Werte, wie Demokratie, Freiheit und Menschenrechte Eintritt. Er wird für den Europäischen Zusammenhalt sorgen und Europa, Vorallem Frankreich und Deutschland wieder stark machen laut Merkel und Co. Die Wahrheit ist das Frankreich als Kulturnation untergehen wird und die EU eine Schuldenunion wird. Die BRD, wird die Sozialleistungen von Frankreich mitfinanzieren müssen und wir werden erleben, wie Französische Städte durch den Islam zerdrückt werden. Macron, hat laut Wikileaks Drogengelder und Waffengelder angenommen. Dieses Geld, hat er auf die Caymaninseln gebracht und dort auf Schwarzkonten überwiesen. Macron,ist aus der ersten Hand von der Familie Rothschild und für die arbeitete er als Banker. Wenn Rothschild schon so verzweifelt ist das sie die eigenen Leute in die Politik installieren müssen, dann sieht man ja wer das sagen in der Welt hat. #dieeumusssterbendamiteuropalebenkann

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    Marcel Burghart

    Was das bedeutet noch mehr unkontrolliertes Phantasie Geld drucken durch die ezb. Ich werdet euch noch alle umkucken wenn die Altersvorsorge ausgezahlt wird die private. Dieser mann ist gekauft und finanziert von der Wirtschaft

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    Werner Tritschler

    Europa ist gut, wenn es fair zugeht.Das heißt: Jeder bezahlt seine Schulden alleine, wie in einer guten Gemeinschaft üblich. Keine Zinsen wie im Moment ist eine Katastrophe.Alle Lebensversicherungen,Rentenversicherungen und das ersparte Geld der schwer arbeitenden Menschen ohne Rendite, geht gar nicht. Fehlt gerade noch, der gerade noch geforderte gemeinsame Finanzminister, dann sind wir nicht mehr Herr über unser Haushalt.So eine Forderung gehört sich nicht unter Freunden.Das ist ein klarer no go.

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    Wolfgang Kohl

    Macrons Wahlsieg bedeutet eine Chance auf Veränderungen in Frankreich und in der EU. Änderungen in der EU, die vermutlich von A/D/NL/DK und Schweden zu bezahlen sind.

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    Sigi Meier

    MR. Macrons, bringen sie erst mal Zusammen halt in die E U. Den es ist zur Zeit **Sorry ** ein Hühnerhaufen, alles gagert durcheinander ! So kann man keine E U führen , die Deutschen na – ja .

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    Hinnerk Kändler

    Von den Innereuropäischen Zwisteleien profitieren nur Großmächte, wie USA, Russland etc. die einen Keil zwischen die europäischen Staaten treiben wollen. Es sollten möglichst schnell die europäischen Nationalstaaten abgeschafft werden. Europa braucht eine solide Verfassung und ein kompetentes Parlament. Eine Föderale Struktur sollte auf europäischen Bundesländern aufbauen, die einigermaßen gleich groß sind. Dazu müssten die Flächenstaaten wie Frankreich und Deutschland in zwei drei Provinzen aufgeteilt werden. Momentan ist der Unterschied zwischen den Kleinstaaten wie Belgien und Großstaaten einfach zu groß.

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    Nicholas Fa

    Die EU muss aufhören ökonomische Mauern zu errichten. Aufhören Mitgliedern zu bestrafen, wenn diese nicht länger mitmachen wollen. Es erscheint einem, als sorgt sich der Eurorat mehr um Erhalt des Status Quo, statt das Anhören von seinen unzufriedenen Abgängen. Dialog mit London ist wichtig. Die EU war einst der gute Freund der seinen Freunden half, wenn es mal daneben lief. Nun ist die EU der Junge, der den Spielball mit nach Hause nimmt, weil er verliert. Das heißt nicht, dass die EU aufhören müsste zu existieren. Sie müsste nur ihre Augen auf das Zentrum der Union richten; Die Menschen. Ich kann nicht für alle sprechen, in keinster Weise. Aber ich will nicht von undemokratisch ernannte Elitisten regiert werden. Ich will mitbestimmen. Ich fordere Transparenz. Die macht soll zurück an das Volk. Das zeichnet die Demokratie aus, sie ist die Führung des Volkes. Also führen wir Sie aus, diese Demokratie!

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    Frank Six

    nun das frankreich doch nicht rechts wird, bedeutet es, und es bedeutet auch, das die finanzoligarchen nun jemanden ins feld gestellt haben, der Merkel das Wasser reichen kann, ohne in eine ihrer dummen Fallen zu tapsen..

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