Brexit_post_16Uuuund sie sind raus! Neun Monate nach dem historischen Brexit-Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU, werden heute schließlich Nägel mit Köpfen gemacht. Heute um 13:30 Uhr, am 29. März 2017, wird offiziell ein Brief von der britischen Premierministerin Theresa May an Donald Tusk übergeben, Präsident des Europäischen Rats. Danach ticken die Uhren. Denn dann bleiben Großbritannien genau zwei Jahre, um mit der EU über ihren Austritt zu verhandeln, wie in Artikel 50 des  Vertrags über die Europäische Union festgehalten wurde.

Was passiert nun? Warten passiert nun! Die anderen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nehmen sich jetzt erst mal Zeit und beraten über ihre gemeinsame Position. Anschließend können die Verhandlungen beginnen. Aber nur wenn sie dabei nicht von den französischen oder deutschen Wahlen im September unterbrochen werden. Zwei Jahre sind nicht gerade viel Zeit, wenn es um ein Scheidungsverfahren und neue Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU geht. Kann das bis März 2019 überhaupt funktionieren?

Wir haben einen Kommentar von Mitsos bekommen, der glaubt, dass die Verhandlungen dauern und dauern und in zwei Jahren immer noch nicht fertig sind. Hat er Recht?

Um darauf eine Antwort zu bekommen, haben wir mit dem UKIP-Abgeordneten im Europäischen Parlament und Brexit-Befürworter Roger Helmer gesprochen. Was sagt er zu Mitsos Kommentar?

helmer-speaksIch glaube zwei Jahre sind sehr realistisch. Das Freihandelsabkommen zwischen den USA und Australien wurde in weniger als einem Jahr abgeschlossen. Und nur weil die EU sehr schlecht und sehr langsam im Abschließen von Handelsabkommen ist, bedeutet das nicht, dass es immer so sein muss. Auch weil Großbritannien 44 Jahre in der EU war und unsere Regulierungen und Praktiken sehr ähnlich sind, sollte es eigentlich recht einfach sein.

Es gibt auch einen enormen kommerziellen Anreiz, für die EU und für Großbritannien, dass wir eine Einigung hinbekommen, denn die Größe des Handelsvolumen ist enorm und Großbritannien kauft wesentlich mehr von Europa als Europa von Großbritannien. Der Anreiz sollte also für Brüssel und für Europa größer sein als für das Vereinigte Königreich. Ich denke, dass es klappen kann, ich denke, dass es klappen sollte und ich hoffe, dass es klappen wird.

Für eine weitere Meinung haben wir auch mit Professor Iain Begg gesprochen, Research Fellow am Europäischen Institut der London School of Economics und Political Science. Was sagt er dazu?

iain-beggAlso das Problem mit dem Ausdruck „Brexit-Verhandlungen“ ist, dass es sich dabei nicht nur um den Scheidungsprozess handelt, der in Artikel 50 festgeschrieben steht, sondern auch um die Beziehungen danach, welche eine sehr große Zahl von Dingen betrifft. Was den Scheidungsprozess betrifft, kann man sicherlich innerhalb von zwei Jahren zu einer Einigung kommen, aber ich bin mir sicher, dass viele Dinge am Ende noch nicht geklärt sein werden. Aber was die gemeinsame Zukunft danach betrifft, dauert es sicher viel länger als zwei Jahre, besonders wenn man die Erfahrungen betrachtet, die wir bei anderen Handelsabkommen gemacht haben: sieben Jahre für ein Abkommen mit Kanada, und selbst dann wurde es durch ein Regionalparlament in Wallonien ausgehebelt. Von daher ist es unvorstellbar, dass die zukünftigen Beziehungen innerhalb von zwei Jahren ausgehandelt werden können. Dabei bleibt vieles in der Schwebe, dass noch mindestens zehn Jahre nach dem Austritt verhandelt werden muss.

Wie lange werden die Brexit-Verhandlungen dauern? Können sie innerhalb der Zweijahresfrist fertiggestellt werden? Oder werden sie noch Jahrzehnte brauchen, um den Austritt vernünftig geregelt zu bekommen. Schreib uns deine Meinung und wir hören uns an, was Politiker und Experten zu sagen haben.

FOTO: CC / Flickr – sgoldswo


One Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

  1. avatar
    Hüseyin Duyar

    Solange Bulgarien , Griechenland usw. Dabei sind braucht ihr euch keine sorgen machen liebe EU STAATEN

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