euro

Bei all den Problemen die Europa hat, kann man schon mal die Wirtschaft aus den Augen verlieren. Zahlen vom Januar 2016 zeigen, dass die Arbeitslosigkeit in den 19 Euro-Ländern den niedrigsten Wert seit mehr als vier Jahren erreicht hat. In Deutschland sank die Arbeitslosigkeit in 2016 sogar auf den geringsten Wert seit 25 Jahren, mit einer durchschnittlichen Quote von 6,1%. Doch trotzdem: Mit einem EU-Durchschnittswert von 10,5% sind immer noch 17 Millionen Menschen in den Euro-Ländern ohne Arbeit.

Umfragen zeigen, dass die Beliebtheit der europäischen Währung sich in letzter Zeit wieder etwas gebessert hat, nachdem sie in den dunklen Jahren der Eurokrise (2008 – 2013) ins Bodenlose gerutscht war. Doch es scheint, als ob „Probleme-Aufschieben“ zum Volkssport viel europäische Politiker geworden ist. Denn:  Viele grundlegenden Schwierigkeiten der Krise sind noch nicht gelöst.

Willst du mehr über die Einheitswährung und ihre potentielle Zukunft erfahren? Dann schau dir unsere Infographik an (klicke, um sie zu vergrößern):DE_Future-of-the-EURO-german.png

Rui hat uns geschrieben, der die EZB-Politik der „quantitativen Lockerung“ gut findet. Er sagt, „es wurde langsam Zeit“, dass maßgebende Entscheidungen getroffen wurden. Doch wie „maßgebend“ waren die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank eigentlich? Ist jetzt, da Mario Draghi versprach „alles zu tun, was notwendig ist“, die Krise der Eurozone erledigt?

Um eine Antwort zu finden, sprachen wir mit Stefano Micossi, Generaldirektor von ASSONIME, einer italienischen Unternehmensvereinigung. In der letzten Ausgabe unserer Schwester-Publikation, Europe’s World, hat Micossi seinen „Drei-Punkte-Plan für Europas wirtschaftliche Zukunft“  erklärt. Also, wie würde er Rui antworten?

micossiDie akute Phase der Krise ist vorbei, aber es gibt noch immer ein schleichendes Unwohlsein in der Eurozone, das bisher noch nicht verschwunden ist und das sich durch hohe Arbeitslosigkeit und geringes Wachstum ausdrückt. Was wir bisher besiegt haben, ist die Selbstbewusstseinskrise und die Instabilität, verbunden mit sehr hohen Kosten. Aber wir leben immer noch in einem Europa, das nicht genug Wachstum produzieren kann, um Vollbeschäftigung zu garantieren.

Anschließend haben wir auch einen Kommentar von Max erhalten, der glaubt, dass die EU auch politisch und im Bereich der Finanzen eine richtige Union sein müsse, damit der Euro überleben kann. Hat er Recht? Ist die Finanzunion eine notwendige Reform für eine nachhaltige Europäische Union? Was hat Stefano Micossi dazu zu sagen?

micossiIch glaube, dass eine gemeinsame Währung langfristig auch eine Finanzunion erfordert. Aber der Weg dorthin wird ziemlich holprig werden. Der Grund dafür liegt im Misstrauen einzelner Mitgliedsstaaten, dass nicht jedes Land eine einwandfreie Haushaltspolitik führen wird. Und manche befürchten, dass eine Finanzunion dazu führen wird, dass auch die Schulden einzelner Länder geteilt werden. Und bis wir dieses Misstrauen nicht beseitigen können, können wir auch keine Finanzunion haben.

Schließlich hat uns auch noch Corado geschrieben, der glaubt, dass eine Finanzunion überhaupt nicht möglich sei, da jedes der 28 EU-Länder Vetorecht besitze. Stimmt das? Mit 28 Ländern in der EU, kann man da jemals einen Kompromiss finden?

micossiAlso, aus heutiger Sicht sieht es für eine Änderung des Abkommens eher schlecht aus… Denn im Allgemeinen sieht man keine Annährung der europäischen Politiker auf eine gemeinsame Vision für die Zukunft Europas, was aber eine Voraussetzung für eine Fiskalunion wäre.

Wie geht es mit dem Euro weiter? Ist eine Finanzunion eine Notwendigkeit für eine stabile und nachhaltige EU? Ist eine solche Union überhaupt möglich? Lass uns deine Meinung hören und schreib einen Kommentar in das Formular weiter unten. Wir bringen deine Stimme zu Europas Experten und fragen, was sie dazu zu sagen haben.

FOTO: CC / Flickr – Dennis Skley


7 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Philipp A

    Ich bin 22 und traue dem Euro nicht.
    Er ist für sehr viele Menschen ein Symbol des Misstrauens des unnahbaren..
    Eine Finanzunion lehne ich strickt ab. Die EU ist unter zwang entstanden, ohne einbeziehung der Nationalen Völker. Die EU sollte teilweise zurückgebaut werden angefangen mit Euro. Eine Zoll und Freihandelsunion wäre meines erachtens nach deutlich besser. Länder wie Griechenland oder Italien könnten ihre Währung eigenmächtig auf oder abwerten und somit für sich das Optimum erreichen.

  2. avatar
    Friedrich Puth

    Den euro wird es nich mehr langd geben, hochstens 3 Jahre die Leute wechsen in Gold, um ,Gold wird immer gehandeld.In Ungarn wechsen die Menschen Fotint in Silber ,die fahren, nach wien zur oegussa und kaufen Silberbarren ist Mehrwergsteuer pfichtig .

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    Peter

    Es ist unrealistisch, dass der Euro abgeschafft wird. Aber vielleicht wird es eine Zeit dauern, bis ihn auch die Mitteleuropäer einführen. Der aktuelle medial gepuschte Anti-EU- bzw. -Euro-Hype wird kaum auf Dauer durchzuhalten sein. Irgendwann müssen Lösungen her wie temporäre Parallelwährungen für GR, IT oder FR. Alle andern machen weiter wie bisher. Insgesamt ist der Euro doch eine sehr stabile Währung verglichen mit vielen vorherigen Nationalwährungen oder Währungen wie dem Rubel etc.

  4. avatar
    Daniel

    Ich bin gespannt, wie sich das Thema Euro in Zukunft noch entwickeln wird. Da wird sicherlich noch einiges passieren.

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