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Eine Umfrage der EU zeigt, die Mehrheit der Migranten möchte längerfristig bleiben. Die Befragung stammt aus dem Jahr 2012, durchgeführt in 15 europäischen Städten. Und 80 – 95% antworteten, dass sie auch in Zukunft bleiben wollen. Eine Studie aus dem Sommer 2014 des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge in Deutschland kommt zu ähnlichen Ergebnissen. 84,7% der Befragten erhofften sich eine Zukunft in der Bundesrepublik, fast 80% wollten gerne die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Doch Immigration erfordert Integration. Denn soziale Ausgrenzung von Minderheiten kann zu erheblichen Problemen führen. In Frankreich gibt es beispielsweise 717 sogenannte „sensible, urbane Zonen“, besser bekannt unter dem Namen „Banlieuses“. Diese Gegenden, meist in den Vororten großer Städte gelegen, machen oft durch gewalttätige Ausschreitungen von sich reden. Die Arbeitslosigkeitsrate ist dort doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt und mehr als 35% der Menschen leben unter der Armutsgrenze. Außerdem: 50% der Bewohner haben einen Migrationshintergrund.

Was läuft also falsch bei der Integration von Immigranten in europäischen Gesellschaften? Wie können Eingewanderte besser unterstützt werden, sich in die lokale Gemeinschaft zu integrieren. Und wie sollte man mit den Bedenken europäischer Bürger bezüglich Immigration und Integration umgehen?

Wir haben zu diesem Thema bereits viele Kommentare erhalten. Berings schrieb zum Beispiel, dass die Integration von Immigranten unweigerlich scheitern und zu mehr Fremdenfeindlichkeit führen würde. Für ihn hat Immigration eindeutig negativen Einfluss auf die europäische Gesellschaft und Kultur:

Image of a citizenViele Menschen, die ich kenne, unterstützen rechte Parteien nicht aufgrund von wirtschaftlichen Problemen, sondern weil diese Politiker die einzigen sind, die noch nicht den Kontakt zur Realität verloren haben. Denn keiner wollte jemals dieses „Diversitäts-Projekt“.

Um eine Reaktion zu kriegen, sprachen wir mit Karl-Heinz Florenz, Abgeordneter der Christdemokraten im Europäischen Parlament. Was hat er Berings zu sagen?

Ein weiterer Kommentar kam von Paulo, der findet, dass es nur fair sei, wenn sich Immigranten, die zum Beispiel nach Frankreich kommen, auch an die französische Kultur und Gesetze anpassen und so zu Franzosen werden

Was hat Karl-Heinz Florenz dazu zu sagen?

Um eine andere Perspektive zu kriegen, haben wir Paulos Kommentar auch zu Dr. Robin Wilson gebracht. Wilson ist einer der führenden Analysten europäischer Politik und Experte beim Thema interkultureller Dialog. Was würde er Paula antworten?

wilsonNun ja, das ist eine sehr französische Debatte und ich würde Paulo darum bitten, etwas offener darüber nachzudenken. In Frankreich gibt es immer noch diesen Ansatz, Diversität einfach zu ignorieren. Jeder ist ein ‚citoyen‘ und genau gleich wie jeder andere, und jeder muss sich zu den Werten der Republik bekennen, Punkt.

Aber ein besserer Weg als Assimilation ist Interkulturalismus, eine Idee, die der Europäische Rat im letzten Jahrzehnt oder so entwickelt hat. Ich war einer der Leute, die mit dem Europäischen Rat an diesem Konzept gearbeitet haben. Dieser Ansatz akzeptiert, dass Diversität keine Einbahnstraße ist.

Ein besserer Weg dies zu beschreiben als Paulo es tut, ist Jürgen Habermas’ Weg. Damit meine ich, dass es völlig normal für Mitglieder einer Minderheit ist, spezielle Forderungen zu stellen. Aber sie müssen das in einer ‚universellen Sprache‘ tun, die jeder verstehen kann. In diesem Zusammenhang glaube ich, dass es möglich ist mit Frankreichs Diversitätsproblem umzugehen. Ich denke, man sollte einfach jenseits der engen französischen Debatte nach einer solchen Sprache und nach besseren Lösungen in Europa suchen.

Wie kann Europa Immigranten besser integrieren? Wie können europäische Länder die soziale Ausgrenzung von Minderheiten verhindern? Dieses Thema ist sehr wichtig, also sag uns was du denkst und schreib etwas in das Formular ganz unten. Wir hören, was Europas Politiker zu sagen haben.

FOTO: CC / Flickr – anw


2 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

  1. avatar
    Brayan West

    Wharum intergriren? Besser frage ist, was kann EU tun das lender von wo er kommt hat besser Zunkuft für junge menschen!

  2. avatar
    Silvi Hartmann

    Das ist doch kein Wunschkonzert hier. Die Herrschaften in Brüssel und die Regierungen der europäischen Mitgliedsstaaten sollten lieber in den betroffenen Ländern ansetzen, statt weiter unsägliche Geschäfte z.B. auf Kosten afrikanischer Staaten zu machen. Warum wird beispielsweise die Schweiz nicht sanktioniert? Diese unternimmt nichts gegen die Geschäftspraktiken von Nestlè. Die Bundesregierung faselt immer von der Bekämpfung von Fluchtursachen und betreibt zeitgleich Waffenschmieden, unter Heckler und Koch in Krisenstaaten.

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