Der Weltklimagipfel in Bonn endete mit einer kleinen Sensation: Kanada und Großbritannien wollen die Welt bis 2030 aus der Kohle führen. Dieser Allianz von 15 Staaten sollen bald 150 Länder beitreten, Deutschland ist bisher nicht unter ihnen. Dabei sinken die Emissionen schon lange nicht mehr so, wie eigentlich auf der Klimakonferenz in Paris vereinbart. Schuld daran sind vor allem die Kohlekraftwerke.

Während der Jamaika-Sondierungsgespräche war auch der Kohleausstieg ein Zankapfel, hatten die Parteien doch sehr unterschiedliche Versprechen während des Wahlkampfes gemacht: Die Grünen forderten, die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke sofort abzuschalten und den kompletten Ausstieg bis 2030. Die Union will den Kohleausstieg auch, aber ohne Deadline und Einschränkungen für die Wirtschaft. Christian Lindner von der FDP stellt sogar die Energieversorgung ohne Kohle in Frage.

Was sind die Strategien unserer europäischen Nachbarn? Frankreichs Präsident Macron hat sich für den Kohleausstieg seines Landes feiern lassen – auch wenn Frankreich zurzeit lediglich drei bis vier Prozent seiner Energie aus Kohle bezieht. Großbritannien ist dagegen auf dem besten Weg, auf Kohle verzichten zu können. Das Land mit dem ersten Kohlekraftwerk der Welt, hat 2017 zeitweise auf Energie aus Kohle verzichten können.

Nach Scheitern der Verhandlungen ist die Position Deutschlands zum Kohleausstieg ungewiss. Inzwischen meldet sich auch die Wirtschaft zu Wort,  so hatten rund 50 Konzerne in Deutschland einen raschen Kohleausstieg von der nächsten Regierung gefordert. Ein Festhalten an der Kohle sei sogar schädlich für die deutsche Industrie. Wie passt das denn jetzt zusammen?

Das haben sich auch unsere Leser gefragt. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir mit Professor Claudia Kemfert gesprochen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin ist Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance in Berlin.

Jacob hält einen Kohleausstieg für unverzichtbar, wenn man ernsthaft Klimaschutz betreiben will. Er will die Grünen unterstützen, weil sie bis 2030 aus der Kohle aussteigen wollen. Wir haben Frau Kemfert gefragt, ob das möglich ist.

Unser Leser Thomas wünscht sich eine europa- und weltweiten Energiewende, geht aber davon aus, dass wir noch Brückentechnologien brauchen werden. Könnten Versorgungsengpässe entstehen?

Hagen fragt sich ob es für einen Kohleausstieg nicht schon zu spät ist, denn wie soll man etwas aufhalten, das Mitte des 19. Jahrhunderts begann.

Ist ein Kohleausstieg bis 2030 möglich? Und wenn wir das schaffen, können wir den Klimawandel damit stoppen? Was denkt ihr?

Foto: cc/ Flickr – edwarden37



8 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

  1. Serban Precup

    Think about it like this:
    A lot of jobs which do not imply having I.T. or language skills are at stake. In states like Poland, where it represents the economic backbone of many cities it is nigh impossible to „reconvert“ the miners, smelters and workers.
    Add to that the fact that green parties and other similar NGOs are completely against Nuclear Power.
    What can you replace the energy source with, while keeping jobs and the economic stability?

  2. Andreas Döring

    Nein, ohne Kohle geht nicht nur meine Heimat, die Lausitz vor die Hunde sondern ganz Deutschand. Ohne die Lösung des Speicherproblems können die Grünen Windräder bauen ohne Ende, es bringt nix. Ganz zu schweigen von der marginalen Konsequenzen für das Klima vom CO2-Ausstoß.

  3. Marcel Burghart

    Wäre machbar. Aber man bekommt es kaum gebacken Batterien für Autos zu bauen bzw die lademöglichkeiten…..geschweige denn. Energiespeicher für allgemeinstrom. Aber das sind ja vernünftige Argumente die zählen ja bei den grünen Idioten nicht

  4. Dirk Biermann

    Wenn bis dahin ein neues AKW steht und die Bergmänner geschult sind das oder die AKW’s zu bedienen dann ja.

  5. Oliver Urban

    Der Artikel ist ja schon wieder dermaßen was für Vollidioten. Es werden Frankreich und Großbritannien angeführt. Kein Wunder. Beides Länder die noch neue Kernkraftwerke im Bau haben oder gerade in Dienst gestellt haben.Da kann man sich auch schön feiern lassen weil man auf Kohle verzichten kann. Ich kann diese ganze Ökoscheiße nicht mehr hören. Autos sind das beste Beispiel. Da wird 2 Jahrzehnte an der Entwicklung der Brennstoffzelle geforscht und jetzt wo sie Wirkungsgrade von 60%-70% aufweisen kann setzt man auf Akkus. Nicht zu vergessen das man bei einer Umgestaltung der Tankstellen das System weiter nutzen könnte. Aber Idealisten mit logischen Argumenten kommen, ist wahrscheinlich schon seit 2 Millionen Jahren seit dem es den Homo habilis gibt, sinnlos und wird sich auch nicht mehr ändern. Es wäre wahrscheinlich besser gewesen wenn nicht der Homo Sapiens sondern der Neandertaler es in die Neuzeit geschafft hätte.

  6. Phillip Thern

    Die Technologien gibt es schon lange, es ist der Wille der vielenortes fehlt. Und die Kohlekumpels oder Kraftwerksarbeiter, die von den Befürwortern der Kohleindustrie angeführt werden, sind in Wahrheit Geiseln der Industrie, denn die schert sich einen Dreck um diese Leute. Die leiden nur an einem kollektiven Stockholm-Syndrom weil sie Monatlich etwas Geld bekommen, um nicht zu verrecken. Der Sozialstaat wird die schon auffangen…

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