Warum sollte man Martin Schulz wählen? Authentisch finden ihn seine Unterstützer, doch seine Kritiker fragen, ob er auch das Format zum Regieren hat.

Doch wer ist der Spitzenkandidat der SPD? Martin Schulz wird 1955 in Eschweiler im Dreiländereck bei Aachen geboren. Das Gymnasium bricht er nach der Mittleren Reife ab und lässt sich zum Buchhändler ausbilden, bevor er seine eigene Buchhandlung eröffnet. Bereits mit 19 Jahren tritt er der SPD bei und wird Kommunalpolitiker in seiner Heimatregion, bis er 1994 in das Europäische Parlament gewählt wird. Dort macht er Karriere, auf deren Höhepunkt er von 2012 bis 2017 Präsident des Europäischen Parlaments ist. Im Frühjahr 2017 wird er auf dem Parteitag zum Parteichef und Kanzlerkandidaten der SPD gewählt und genießt in den Meinungsumfragen einen unerwarteten Höhenflug.  Diese Umfragewerte konnte er nicht halten, bleibt aber Optimist für die Wahl am nächsten Sonntag.

Was hat er bisher alles erreicht? Eine einfache Amtszeit als Präsident des Europaparlaments hatte Schulz nicht, die Krisen in Europa – Finanzkrise, Griechenlandkrise, Flüchtlingskrise, Brexit – hat er an europäischer Front bekämpft, oft gemeinsam mit aber manchmal auch gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Einig ist man sich darüber, dass er die Stellung des Europäischen Parlaments und das Amt des Präsidenten aufgewertet hat. Wollten die Staats- und Regierungschefs nicht auf die gewählte Institution hören, drohte Schulz schon mal mit Sitzblockaden, um sich Gehör zu verschaffen. Für seinen Einsatz um eine Stärkung der Parlamentarisierung und der demokratischen Legitimation in der Europäischen Union erhält er 2015 den Karlspreis. Für Aufruhr sorgte sein Konflikt mit Silvio Berlusconi im Europaparlament.

Wäre Martin Schulz ein guter Bundeskanzler? Bei dieser Debatte haben wir mit der Schwarzkopf-Stiftung zusammengearbeitet, die in ihrem Projekt Europa Verstehen in 14 Ländern EU-Kompakt-Kurse durchführt, die ein grundlegendes Verständnis europäischer Politik interaktiv vermitteln sollen. Dabei sammelt die Stiftung zahlreiche Fragen und Kommentare von Schülern und Schülerinnen aus ganz Deutschland. Wir haben diese Fragen genommen und sie Experten gestellt.

Die erste Schülerfrage lautete: Wäre Martin Schulz ein guter Bundeskanzler für Deutschland?

Wir sprachen zuerst mit Christoph Herwartz, der sich als Journalist bereits mit der Frage auseinandergesetzt hat. Was ist seine Antwort?

Die zweite Schülerfrage lautete: Denkt Martin Schulz zuerst an Deutschland oder Europa? 

Wie schätzt das Herr Herwartz ein?

Außerdem sprachen wir mit mit dem EU-Blogger Manuel Müller, der als „Europäischer Föderalist“ auf seinem Blog EU Politik analysiert. Wie beantwortet er die zweite Schülerfrage?

Die letzte Schülerfrage war: Vertrauen andere europäische Länder Martin Schulz?

Hier ist die Antwort von Herrn Müller, der auch einen europäischen Wahlkompass zur Bundestagswahl anbietet.

Bist du überzeugt von Martin Schulz als Bundeskanzler? Herr Schulz ist vor allem mit dem Thema Gerechtigkeit in den Wahlkampf gezogen. Sollte er die Chance bekommen, die Ideen der SPD als Kanzler umzusetzen?

FOTO: Bigstock/ Roman Yanushevsky

Diese Debatte wurde in Kooperation mit dem Projekt Europa Verstehen der Schwarzkopf-Stiftung veröffentlicht. Disclaimer
ECPA


51 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

  1. Holleman Wiberg

    Er ist mir sympathischer als Angela Merkel. Das alleine ist allerdings kein Grund, einer Partei die Stimme zu geben. Wenn ich mal an diese Legislaturperiode denke und was die SPD alles (mit-)vergeigt hat, wird für mich klar, dass sie unwählbar ist:
    * Panama-Papers
    * Dieselskandal
    * NSU-Morde
    * NSA-Skandal
    * NetzDG
    * Waffenlieferungen
    * Blockade der Lobbykontrolle
    * Kein Rentenprogramm umgesetzt
    Ich könnte diese Liste gefühlt ewig fortsetzen, aber die Quintessenz des Ganzen ist, dass ich sehr enttäuscht bin, der SPD damals meine Stimme gegeben zu haben. Dennoch wünsche ich Herrn Schulz für die Zukunft alles Gute.

  2. Patrick Zwiebel

    Warte erstmal ab, wie enttäuscht du sein wirst, wenn die Linke ihre chance bekommt und ordentlich vergeigen wird… scheeeeeeerz ;D

    • Holleman Wiberg

      Ich weiß eh noch nicht, ob ich die wählen will. Da sind einige Forderungen bei, die ich so nicht mittragen will, z. B. die gegen eine allgemeine Impfpflicht.
      Einfach die PARTEI wählen, sie ist sehr gut ;D

  3. Arina Romanova

    Die Demokraten müssen endlich zugeben, dass Demokratie gescheitert ist, die Doofen sind in der Überzahl und breiten sich aus. Monarchie oder Untergang. :-)

    • Holleman Wiberg

      Und was ist, wenn der Monarch doof ist?

    • Franz Josef Manderfeld

      Im Prinzip hat die Demokratie nicht versagt. Das Problem ist: Die Dummen regieren uns und die dummen und uninformierten Bürger wählen sie.

    • Holger Wnuck

      Die Demokratie ist nicht gescheitert, einzig und allein der Missbrauch wird immer offensichtlicher.

    • Claudia Leuschke

      Nene, Regierung ist nicht dumm. Die ran wollen, die neuen Durchstarter,auch nicht. Die wissen genau was sie wollen. Macht. Und die Dummen, wählen sie. Gottseidank, iset die Minderheit. 😉

  4. Sina Koch

    Ob So oder so, ich glaube in Deutschland wohnt das Idiotentum.Die SPD hat bewiesen des Geistes Kind sie ist. Oftmals kann man nur mit dem Kopf schütteln, mit welch einer Unbefangenheit Deutschland vernichtet wird. Daran sind alle fungierenden Parteien beteiligt.

  5. Elajah Till

    Die Latte hat Merkel tief gelegt. Es ist nicht schwer ein besserer Kanzler zu sein.

    • Claudia Leuschke

      Na dann ran. Wenn du meinst, jeder Vollpfosten könnte es.

    • Elajah Till

      Kommt noch. In 20 Jahren dürfen sie für mich stimmen.
      Man muss ja schließlich Rentner sein um Kanzler zu werden.

    • Michael Bischof

      Elajah, wer sagt das ? 🤣 und Claudia, kannst mir gerne deine Stimme geben ich mach das ohne probleme bessere als die Merkel.

  6. Holger Wnuck

    Nein er wäre keine gute Wahl. Das begründe ich mit seiner mangelnden Kompetenz, welche er im Kanzlerduell klar unter Beweis gestellt hat. Auch übernimmt er und seine Partei keine Verantwortung für die Politik der aktuellen Bundesregierung, zu der auch die SPD gehört. Er beschimpft andere als Verfassungsfeindlich, obwohl er mit TTIP und CETA einen massiven Verfassungsbruch vorangetrieben hat. Er trägt auch eine massive Mitverantwortung an der EU-Finanzkrise und die Bankensubvention aus Steuermitteln. So jemanden werde ich nicht dieses Amt anvertrauen.

  7. Horst Peter Holzhüter

    Wenn man sich den „heiligen St. Martin“, Montagabend den 12.09.17 angetan und zugehört hat, verspricht die SPD ein „soziales Schlaraffenland“ und dann gibt es dann auch noch die Variante Schlaraffenwunderland bei ROT-Dunkelrot-Grünen wo wir dann richtig in die Pleite gehen, mit mehr als der Doppelten Anzahl von Arbeitslosen!!! – Aber waren die SPD nicht in den Letzten 15 Jahren nicht mit an der Regierung beteiligt???

  8. Holger Wnuck

    Nein er wäre keine gute Wahl. Das begründe ich mit seiner mangelnden Kompetenz, welche er im Kanzlerduell klar unter Beweis gestellt hat. Auch übernimmt er und seine Partei keine Verantwortung für die Politik der aktuellen Bundesregierung, zu der auch die SPD gehört. Er beschimpft andere als Verfassungsfeindlich, obwohl er mit TTIP und CETA einen massiven Verfassungsbruch vorangetrieben hat. Er trägt auch eine massive Mitverantwortung an der EU-Finanzkrise und die Bankensubvention aus Steuermitteln. So jemanden werde ich nicht dieses Amt anvertrauen.

  9. Michael Gerst

    Wenn er sie umsetzt versprechen ham wa mehr als genug gehört die nie umgesetzt wurden und Merkel hat die Grenzen aufgerissen und Land u Volk gefährdet die kriegt meine Stimme nie kriegen u hat sie nie .

  10. Michael Frauenfeld

    Es wird nur in Zukunft kein modernes Deutschland mehr geben. Das vergisst der Herr Schulz nur zu erwähnen.

  11. Patrick Qbitza

    Nein mann, mit der Kohle gekommen und mit der Kohle sollen sie wieder gehen. Mehr gibts zur SPD nicht zu sagen!

    • Chris Chross

      Tja .. auch so unfassbare Aussagen wie Ihre muss man ertragen .. 😡. Meinungsfreiheit halt …

    • Jonas Müller

      Chris Chross Was ist daran unfassbar? Ich habe nur gemeint, dass Multimillionär Chulz auf keinen Fall Bundeskanzler werden darf (wird er sowieso nicht) und die Raute muss weg, denn sie hat unser wunderbares Land zugrundegerichtet. Ich könnte auch viel Häßlicheres sagen, aber zum Glück bin ich gut erzogen.

  12. Juri Wolf

    Ein Wechsel der Machtverhältnisse in dieser Phase der Europäisierung und Zentralisierung im Sinne eines Bismarkschen Gedankens im Vergleich wäre für Europa Katastrophal. Frau Merkel muss und wird bleiben bis der Prozess abgeschlossen sein wird.

    • Michael Bischof

      Der macht genau da weiter wo die Merkel aufhört. CSU, SPD, CDU, FDP, und Grüne das alles das selbe Pack.

  13. Torsten Reichmann

    Der Witz des Jahres bestimmt nicht der ist doch mit der Wahl schon überfordert und erzählt auch nur alles mögliche um zu gewinnen genauso wie Merkel .wir brauchen eine neue Partei an der Spitze die kräftig aufräumen in Deutschland.Und nicht so einen Kindergarten wie jetzt.Und Schäuble muss auch gleich mit rausfliegen

  14. Danny Günther

    Also aktuell 20 % … No Chance. Als Kanzler würde der mehr in Brüssel sitzen als im Kanzlerbüro…

  15. Andre Pelz

    Jemand der so dermaßen nur auf sein eigenes wohl aus ist?! Der keine Ahnung, keinen Blick mehr für’s Volk hat ?! Ist unwählbar

  16. Enrico Strauß

    Nein sollte er nicht. Er hat in seiner Amtszeit als Bürgermeister schon deutlich gezeigt das er eigene Interessen die der Allgemeinheit vorzieht. Unfähigkeit in Person und schlimmmer als Merkel.

  17. Enrico Strauß

    Bürgernahe Politik im Sinne von Volksentscheiden sind das einzige was dauerhaft funktioniert um die große Mehrheit der Bevölkerung zufrieden zu stellen. Die AFD ist auch die einzigste Partei die das im Programm stehen hat… welche aber total hirnrissig in die rechte Ecke gestellt wird von den Medien. Der deutsche Michel sollte sich ganz genau überlegen ob er direkte Demokratie möchte wo das umgesetzt wird was die Mehrheit will oder ob er sich weiterhin von dem Lobbyistenpolitik bevormunden lassen möchte.

  18. Adam Mensch

    Er ist und bleibt ein ehemaliger EU President. Schon da habe ich nichts von dem unterstützt was er vertreten hat. Insbesondere für mich nicht wählbar.

  19. Stefan Sen

    ich bezweifle ernsthaft, dass er umsetzt was er verspricht. Besonders weil die Partei selbst genauso den Lobbies anhaftet wie die CDU/CSU. Da wird sich nicht viel tun, egal ob er will oder nicht. Letztendlich kommt es bei den großen Parteien doch darauf an die Finanzierung für den nächsten Wahlkampf sicher zu stellen und Geschäfte einzufädeln. Das ist das Problem unserer großen Parteien, die sehen Politik als Geschäft. Zahlen sind da wichtiger als Menschen. Und ich nehme Schulz das nicht ab, dass er anders ist. Zumal viele Dinge, die von der SPD gewollt werden nicht mit meiner Vorstellung einer Zukunft übereinstimmen. Aber gut, muss jeder selber wissen wem er wieviel Vertrauen entgegenbringt.

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